FLeKS-Schule in die Veringhöfe?

Lernen ganz anders: An der FLeKS-Schule können Schüler selbst entscheiden, an welchen Tages- angebote sie sich beteiligen möchten. Die Schulgründer wollen jetzt Flächen in den Veringhöfen mieten. Foto: panthermedia

Initiatoren des Schulprojekts in Gesprächenmit der Sprinkenhof GmbH

Ch. V. Savigny, Wilhelmsburg

Neues zur demokratischen Schule „FLeKS“, die zu nächs-ten Herbst ihren Betrieb im Hamburger Süden aufnehmen möchte: Nach Auskunft der Gründer besteht aktuell die Möglichkeit, eine Etage der Veringhöfe, Am Veringhof 9-21, zu beziehen. Zudem habe die Schulbehörde der Initiative schriftlich mitgeteilt, dass ein „besonderes pädagogisches Interesse“ an der Schule vorliege.
Dies gilt als wichtige Voraussetzung, um eine Genehmigung für den Schulbetrieb zu bekommen. „Wir freuen uns sehr über diese Rückmeldung und arbeiten mit großem Engagement daran, alle weiteren erforderlichen Schritte für eine Eröffnung noch in diesem Jahr zu gehen“, sagt ein Mitglied des Gründerkollektivs.
Vermieter des Areals ist die städtische Sprinkenhof GmbH. „Es handelt sich um zwei Flächen mit etwa 183 und 125 Quadratmetern im zweiten Obergeschoss“, sagt Unternehmenssprecher Lars Vieten. „Da es sich um einen Gewerbehof handelt, wo unter anderem mit Lärmimmissionen zu rechnen ist, wird die FLeKS nun mit der Schulbehörde und der Bauprüfabteilung abstimmen, ob die geplante Nutzung als Schule auf dem Gewerbehof in Betracht käme.“ Hinsichtlich der Mietdauer gibt es noch keine konkrete Aussage.
Seit mindestens einem Jahr ist die „FLeKS“ („Freies Lernen – kollektiv und selbstbestimmt“) auf der Suche nach geeigneten Räumen. Ganz bewusst hat sich der Verein für den Hamburger Süden entschieden, weil nicht nur Schüler aus bessergestellten Stadtteilen angesprochen werden sollen. Erst im Herbst war eine Einigung mit der Gemeinde Kirchdorf gescheitert, weil sich das dortige Gemeindehaus als untauglich für eine Nutzung als Schule erwies.
Ob die Schule aber tatsächlich wie von den Gründern erhofft ihren Betrieb aufnehmen kann, ist noch nicht gesichert: „Da noch kein förmlicher Antrag mit den erforderlichen Antragsunterlagen vorliegt, kann eine Aussage über die Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens insgesamt noch nicht getroffen werden“, sagt Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde.


Schulen in freier Trägerschaft

Ersatzschulen sind eine vom Grundgesetz gewollte und geschützte Bildungsalternative. In Hamburg besuchen rund 20.000 Schüler entsprechende Schulen.
In Hamburg erhalten Ersatzschulen aber nur 85 Prozent der Kosten, die ein Schüler an staatlichen Schulen verursacht.
Im Hamburger Süden gibt es bislang folgende freie Schulen: Katholische Schule Neugraben, Katholische Schule Harburg, Rudolf-Steiner Schule Harburg, katholisches Niels-Stensen-Gymnasium, katholische Bonifatiusschule.

FLeKS-Schule

Was ist anders als an herkömmlichen Schulen?
- Keine starren Klassenverbände, jahrgangsübergreifendes Lernen
- Schüler können entscheiden, wann sie welchen Unterrichtsinhalt vermittelt
bekommen möchten
- Tagesangebote werden
gemeinsam im Morgenkreis besprochen
- Schüler können entscheiden, welche Angebote sie am jeweiligen Tag wahrnehmen wollen
- wöchentliche Schulversammlung aller Schüler und Lehrkräfte, hier wird über Unterrichtsgestaltung
gesprochen.
- Drei Säulen im Schulalltag: Gemeinsam organisieren, selbstbestimmt lernen, Grenzen überwinden
- jedes Kind bekommt einen Mentor
- Schulgeld je nach Einkommen zwischen 100 und 180 Euro pro Monat
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