Fehlstart bei neuer Fährlinie 73

Die flache „Nala“ legt am Tag der Eröffnungsfeier am Ponton an. (Foto: Angela Dietz)

Komplikationen bringen Wasserverbindung zwischen Wilhelmsburg und St. Pauli zeitweise zum Erliegen

von Angela Dietz, Wilhelmsburg
Die frisch eingeweihte HVV-Fährlinie 73 hat einen Fehlstart hingelegt. Wilhelmsburger, die die schnelle Verbindung zu den St. Pauli Landungsbrücken am Montag nutzen wollten, mussten am Anleger Ernst-August-Schleuse gleich wieder kehrtmachen. „Fähre fährt nicht wegen Hochwasser“, war auf einem Schild der HADAG, die die Linie betreibt, zu lesen.
Zum Fehlstart kam noch schlechte Informationspolitik hinzu. „Zwei Stunden nach dem niedrigsten Wasserstand passen die flachen Barkassen nicht unter der Brücke hindurch?“, fragt der Wilhelmsburger Ralf Junge ungläubig. „Ich habe mich veräppelt gefühlt.“ Im Infobüro an den Landungsbrücken, wo er nach Umwegen landete, wusste man von nichts, so Junge. Auf Nachfrage des Wochenblatts führte Betreiber HADAG wieder den hohen Wasserstand als Grund für den Ausfall an. Das eingesetzte Schiff könne deshalb nicht unter der Argentinienbrücke hindurch.
Ein Anruf bei den Experten für Wasserstände, dem Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrografie (BSH), bestätigte jedoch die Vermutung: Die Begründung des Fährunternehmens ist glatter Unsinn. „Am Montag war der gemessene Pegel in St. Pauli völlig normal“, so Pressesprecherin Susanne Kerhahn-Eyrich.
Eigentlich müsste die HADAG die Linie 73 mit den beiden ganz flachen Schiffen „Nala“ und „Rafiki“ bedienen. Eine der Fähren soll jedoch nach Wochenblatt-informationen einen Elektroschaden haben. HADAG-Geschäftsführerin Gabriele Müller-Remer dementiert den Schaden auf Nachfrage nicht, weitere Auskünfte will sie jedoch nicht geben.
Fakt ist, dass das Unternehmen auf der Linie 73 nicht nur Flachschiffe einsetzt, sondern auch die deutlich höhere „Neuenfelde“. Dass die bei höheren Wasserständen nicht unter der Argentinienbrücke hindurch passt, ist leicht vorstellbar. Warum nicht ausschließlich die beiden Flachschiffe eingesetzt werden, war bis Redaktionsschluss nicht zu erfahren.
Leider ist auch der Anschluss der Fähre 73 an die Buslinie 156 sehr ungünstig. „Der Bus ist auf die S-Bahn ausgerichtet“, erläutert Silke Seibel vom HVV. Sollten die Fahrgastzahlen steigen, würde man sich darauf einstellen.
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 22.12.2012 | 15:29  
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