Fassaden zu Fantasiewelten

Das große Wandbild „Was guckst du?“ in der Hafenrandstraße hat Hanna Lena Hase 2014 gemeinsam mit Kai Teschner gemalt. Der Reiher soll an das Reiherstiegviertel erinnern, in dem sich das 1909 gebaute Haus befindet. Foto: as

Wie Hanna Lena Hase graue Wände in Wilhelmsburg verschönert

Von Anna Sosnowski. Zwischen den wilden Locken blitzen bunte Paradiestiere hervor, schwarze Bretter verwandeln zwei langweilige Werbetafeln in eine Brille – das Wandbild an der Ecke Fährstraße/Hafenrandstraße ist ein Hingucker. Und ein „Willkommensgruß“ für alle, die vom Hafen ins Reiherstiegviertel fahren, sagt Hanna Lena Hase.

Die Wilhelmsburger Künstlerin hat das etwa 17 Meter hohe und zehn Meter breite Werk mit dem Titel „Was guckst du?“ vergangenen Sommer gemeinsam mit Kai Teschner gemalt. Fünf Wochen lang standen sie dafür auf einem Gerüst an der viel befahrenen Straße und pinselten gemeinsam mit 20 Neuntklässlern der Stadtteilschule Wilhelmsburg Farbe auf die Fassade des Altbaus von 1909.
Auch die Schule hat Hase schon mit einem Wandbild verschönert, auf der Fassade des ehemaligen Rialto-Kinos war bis vor einigen Monaten noch ein temporäres Werk zu sehen, das ihm Rahmen eines Kunstprojektes entstanden ist. Hase arbeitet gerne draußen, genießt den Austausch. „Man kommt sehr viel in Kontakt mit Menschen, die vorbeigehen“, sagt die 32-Jährige. „Viele freuen sich über die Wandbilder.“ Das nächste Projekt ist schon in Planung. Welche Wand in Wilhelmsburg sie verschönern möchte, will die Künstlerin aber noch nicht verraten.

Seit 2006 lebt Hase im Reiherstiegviertel

Die gebürtige Marburgerin kam fürs Studium nach Hamburg und lebt seit 2006 im Reiherstiegviertel. Hase hat Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften studiert. Davon zeugen die vielen dekorativen Elemente in ihren Wandbildern und Gemälden. Immer wieder verwendet sie Muster, kombiniert diese spielerisch mit Figuren und verbindet so Realistisches mit Fantastischem.
„Mich interessiert es, wie Menschen in Strukturen leben und mit der Umwelt verschmelzen“, sagt die Künstlerin. Ihre farbenfrohen Werke malt Hase seit 2007 in einem alten Gewerbehof in der Veringstraße. Das große Gemeinschaftsatelier in einer ehemaligen Tischlerei teilt sie sich mit fünf anderen Künstlern.
www.hannalenahase.de
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