„Es werden keine Bäume gefällt“

In der Kuhtrift in Heimfeld möchte die ImmoForst OHG einen Kletterpark errichten. Kalkuliert wird mit 25.000 bis 30.000 Besuchern pro Jahr. Fotos: pr

Kletterpark in der Heimfelder Kuhtrift: 
Investor Heinrich Schabert beantwortet Leserfragen

Karin Istel, Hamburg-Süd
Geht es nach Mitinvestor Heinrich Schabert, soll im Heimfelder Wald im Jahr 2018 ein Hochseilgarten entstehen. Die Investoren haben bereits die Unterlagen beim Bezirks-amt Harburg eingereicht. Doch das Projekt ist bei unseren Lesern umstritten. Heinrich Schabert klärt die wichtigsten Fragen.
Elbe Wochenblatt: Besteht überhaupt ein Bedarf für einen Kletterpark in Hamburg?
Heinrich Schabert: Hamburg gilt in der Hochseilgarten-Branche als ausgesprochen unterversorgtes Kletterparkgebiet. Wenn im Bundesgebiet auf 170.500 Einwohner ein Kletterpark kommt, so müssen sich in Hamburg 450.000 Personen eine solche naturverbundene Einrichtung teilen. Hamburg hätte also noch einen Aufholbedarf von 164 Prozent, um gleichzuziehen.
Und was in Hamburg bisher überhaupt nicht möglich ist, sind die fachkraftbetreuten Kletterübungen mit behinderten Menschen bis zu einem gewissen Handicap-Grad. Auch Schüler werden von der Arbeit mit dem Kletter-Sportpädagogen profitieren.
EW: Ein Kletterpark braucht auch Parkplätze, Umkleideräume, Gastronomie – dafür muss Platz geschaffen werden. Werden dafür Bäume gefällt?
HS: Es werden dafür keine Bäume gefällt. Es stehen 60 Parkplätze entlang unserer privaten Kuhtrift-Straße als Parkplätze zur Verfügung. Es ist ein Waldparkplatz vorhanden, der noch einmal 50 bis 70 Stellplätze aufweist.
Umkleideräume sind in den Kletterparks nicht üblich, so auch bei uns. Es wird im Kassencontainer, der auf dem Lagerplatz für Langholz aufgestellt wird, eine Abteilung für einen kleinen Kioskbetrieb zur Verfügung gestellt.
EW: Die kalkulierten 25.000 bis 30.000 Besucher pro Jahr müssen ja irgendwie zum Kletterpark kommen. Gibt es ein Verkehrskonzept?
HS: Das zusätzliche Verkehrsaufkommen durch die Kletterparkfahrzeuge möchten wir als sehr gering bezeichnen. Es dürfte von den Anwohnern kaum bemerkt werden. Wir rechnen an den höher frequentierten Tagen durchschnittlich mit 125 Gästen. Davon werden 45 mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Rad oder zu Fuß und 80 Personen mit dem Auto kommen. Rechnerisch ergeben sich dann pro Stunde acht An- und Abfahrten auf den beiden Zubringerstraßen Heimfelder Straße und dem Vahrenwinkelweg. Eine Busanbindung braucht nicht geplant zu werden. Der Klettergarten ist bequem mit sechs Buslinien zu erreichen.
EW: Naturschützer entdecken im Totholz-Bereich viele Tierarten, aber ist das aus forstwirtschaftlicher Sicht ein Argument? Oder muss so ein Bereich bereits aus Versicherungsgründen gesichert werden?
HS: Totholz ist auf der Planungsfläche „Kletterpark“ nur ganz wenig vorhanden, da dieses Waldgebiet verbotenerweise beispielsweise von Quads benutzt wird. Das vorhandene Totholz wurde von diesen Leuten weggeräumt, da es die Fahrt behinderte. Wenn der Kletterpark kommt, erhoffen wir uns hier eine deutliche Verbesserung dieses Missstandes, da dann eine permanente Geländeaufsicht vor Ort sein wird.
Verkehrssicherungsmaßnahmen im Bereich der Laufwege sind zwingend notwendig. Eine Waldhaftpflichtversicherung werden wir abschließen.
Die aktiven Kletterer und die interessierten Zuschauer dürfen sich im Kletterparkgelände nur innerhalb `abgeleinter Wege und Plätze´ aufhalten und frei bewegen. Forstzäune so wie man sie in der Forstwirtschaft verwendet, kommen hier nicht zum Einsatz.
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