„Endlich wieder besser fühlen“

Für Flüchtlinge bietet Maren Kuntze Extra-Yoga-Kurse an. (Foto: Maren Kuntze)

Ungewöhnliches Angebot von Maren Kuntze: Yoga für Flüchtlinge

Andreas Tsilis, Wilhelmsburg - Einatmen, Arme runter – Ausatmen, Arme rauf“, sagt Yogalehrerin Maren Kuntze auf englisch. Um sie herum sitzen Männer und Frauen aus Afghanistan und dem Iran. Eine der Teilnehmerinnen übersetzt ihre Anweisungen auf farsi (persisch).
Seit Anfang des Jahres läuft bei ElbinselYoga am Veringhof 23 b ein Yogakurs für Flüchtlinge. „Wegen der Sprachbarriere musste ich mich auf Personen mit der gleichen Muttersprache beschränken“, erzählt Kuntze. Am liebsten würde sie jedoch Flüchtlinge aus vielen Nationen unterrichten. Aber das geht vorerst nicht. Zuerst müssen weitere Übersetzer für Yoga in verschiedenen Sprachen gefunden werden.
Teilnehmerin Elnaz praktizierte Yoga schon in ihrer Heimatstadt Maschhad (Iran). Dort besaß sie mit ihrem Mann ein Architekturbüro. Vom Besuch einer Messe in Europa kehrte das Christen-Ehepaar aus Angst vor Verfolgung nicht in die Heimat zurück: „Teilweise haben wir schwere Schicksale erlebt. Für uns ist es wichtig, zu entspannen und uns endlich wieder besser zu zu fühlen.“
Schnell angefreundet
Schwer traumatisierte Mensche schickt Yogameisterin Kuntze allerdings erst zu einem Experten. Denn mit der Entspannung können auch alte Wunden wieder hochkommen. Vorsichtshalber nimmt eine befreundete Psychologin häufig am Unterricht teil. Glücklicherweise kam es noch zu keinem ernsten Zwischenfall. „Ich bin mir bewusst, dass sich dies aber jederzeit ändern kann“, sagt Kuntze.
Mit ein paar Iranerinnen hat sich sie sich schnell angefreundet. Demnächst wollen sie tanzen gehen, „darauf sind die Mädels ganz wild“, erzählt sie. „Rahat“ heißt auf persisch „Entspannung'“. Vielleicht können sogar Kontakte geknüpft werden, die über den Yogaunterricht hinausgehen.
Wer man reinschnuppern möchte: Der Yogakurs auf englisch mit persischer Übersetzung, findet donnerstags von 19 bis 20 Uhr statt. Kosten: pro Termin acht Euro (Flüchtlinge zahlen nichts). Kontakt: Tel. 0176-501 340 42 (Maren Kuntze).
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