Ein Haus – 40 Künstler

Angekommen: die rund 40 Künstler und Kreativen vor ihrem modern sanierten Künstlerhaus am Veringkanal. (Foto: Christopher von Savigny)

Letztes IBA-Projekt: modern sanierte Ateliers in alter Fabrik

von Christopher von Savigny, Wilhelmsburg
Es geht alles noch ein bisschen drunter und drüber im Atelier von Carla Binter: Verlängerungskabel liegen auf dem Boden herum, ebenso wie Werkzeug und Elektrogeräte. Alles ist mit einer feinen Staubschicht bedeckt, an der Zimmerdecke ist der blanke Beton zu sehen. Doch das soll sich innerhalb der nächsten Wochen ändern: Dann wird Binter ihre neue Keramikwerkstatt auf Hochglanz bringen. In den Nachbarräumen werkeln die Kollegen bereits fleißig an der Ausgestaltung ihrer eigenen Ateliers. Auch sie sind gerade erst in das frisch sanierte Künstlerhaus Veringhöfe eingezogen. Keramikerin Binter freut sich auf die Zusammenarbeit: „Ich hoffe, dass sich daraus viele Synergien ergeben“, sagt sie.
Das Künstlerhaus am Veringkanal ist das letzte Projekt, das im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) verwirklicht wurde. Mit der Honigfabrik, den gerade erst vor dem Abriss gerettenen Zinnwerken und dem Co-Working-Raum Stoffdeck befindet sich die ehemalige Asbest- und Gummifabrik in direkter Nachbarschaft zu weiteren Kulturbetrieben. Bereits 2007 hatte die Stadt das Areal gekauft, um es energetisch und modern zu sanieren. Die IBA selbst steuerte 1,1 Millionen Euro bei, die restlichen 2,8 Millionen Euro kamen von der Europäischen Union. IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg spricht von einer „schwierigen“ Finanzierung. „Das Projekt zeigt, wie wichtig es ist, einen langen Atem zu haben“, so Hellweg.
Insgesamt 40 Künstler und Kreative arbeiten im neuen Künstlerhaus, darunter Fotografen, Filmemacher, Designer, Kunsthandwerker, Musiker und Architekten. Die Gesamtnutzungsfläche liegt bei 3.500 Quadratmetern, als Mietpreis wurden 8,50 Euro pro Quadratmeter festgelegt, inklusive aller Nebenkosten. Die IBA stellt das Gebäude für vorerst 30 Jahre zur Verfügung. Auch die Wilhelmsburger sollen von der neuen Einrichtung profitieren: So sind unter anderem Ausstellungen und Kurse sowie Kooperationen mit Schulen und Kitas geplant.
In dem Rotklinkerbau am Veringkanal hatte die Wilhelmsburger Firma Merkel vor genau 100 Jahren damit begonnen, Dichtungen für Dampfkesselanlagen zu produzieren. 1972 wurde die Fabrik geschlossen. Seither hatte der Bau etliche Nachmieter.
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