Ein Girokonto für jeden

Die Geldinstitute sind jetzt verpflichtet, für jeden ein Girokonto einzurichten – auf Guthabenbasis. (Foto: panthermedia)

Schuldnerberatung Wilhelmsburg informiert

Reinhard Schwarz, Wilhelmsburg – Wer bisher kein Konto hatte, stand dumm da. Einzahlungen sind kostenpflichtig, Löhne oder Sozialleistungen müssen in bar ausgezahlt werden. Nachweise über erfolgte Zahlungen sind nur schwer zu führen, endlose Laufereien die Folge. Mal abgesehen von der sozialen Ausgrenzung eines Lebens ohne Konto. Wer arm ist, zahlt noch drauf. Doch jetzt gibt es eine gute Nachricht für Menschen ohne Bankverbindung: Seit kurzem sind Geldinstitute verpflichtet, ihnen ein Girokonto einzurichten – auf Guthabenbasis.
Das Besondere daran, so Matthias Butenob von der H.S.I., der Hamburger Schuldner- und Insolvenzberatung: „Es handelt sich hier um ein einklagbares Recht.“ Anders gesagt: Der Kunde, der ein sogenanntes Basiskonto haben möchte, hat darauf einen Rechtsanspruch. Zwar hatten sich schon vor Jahrzehnten Banken und Sparkassen auf eine „freiwillige Selbstverpflichtung“ geeinigt, jenen ein Girokonto zu gewähren, die bisher keines hatten oder keines bekamen. Doch immer wieder standen Antragsteller vor verschlossenen Banktüren. Damit soll jetzt Schluss sein.
Das neue Gesetz hat nämlich zwei Sicherungen eingebaut, damit sich die Geldinstitute der Verpflichtung zum Basiskonto nicht entziehen können. Butenob: „Dem Gesetz ist ein Antragsformular beigefügt, das man im Internet herunterladen kann. Anschließend muss eine Bank innerhalb von zehn Tagen ein Basiskonto gewähren oder ablehnen.“ Die zweite Sicherung: Lehnt eine Bank ein Basiskonto ab, kann der potenzielle Kunde sich mit einem Beschwerdeformular an die BaFin, die Bundesanstalt Finanzdienstleistungsaufsicht, wenden. Die BaFin kann sogar ein Bußgeld gegen Konto-Verweigerer verhängen.
Doch wo können sich Betroffene Rat holen? In Wilhelmsburg gibt es als erste Anlaufstelle eine Schuldnerberatung von afg worknet. In der Fährstraße 51a geben Mitarbeiter jeden ersten Dienstag im Monat zwischen 18 und 20 Uhr Infos rund um das Thema (siehe Kasten). „Es geht bei unserer Beratung nicht nur um Schulden, sondern etwa auch um Verträge, die Betroffene abgeschlossen haben“, sagt Alke Mammen von afg worknet. „Wir geben Tipps, an wen sich sich Ratsuchende zusätzlich wenden können.“

Schuldnerberatung für Wilhelmsburg
afg worknet schuldnerberatung, treffpunkt elbinsel, Fährstraße 51a, kostenlose Beratung jeden ersten Dienstag im Monat von 18 bis 20 Uhr. Weitere Infos unter ❱❱ www.afg-schuldnerberatung.de
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