Ein Denkmal zieht um

Jetzt direkt am Bürgersteig: Das Soldatendenkmal musste wegen des Kita-Neubaus den Platz wechseln. Foto: cvs
Ch.v.Savigny, Wilhelmsburg
Das Denkmal, das den laut Inschrift „für Volk und Vaterland Gefallenen“ gewidmet ist, sorgt für heftige Reaktionen. Davon zeugt ein Schriftzug, den jemand mit der Spraydose darauf gesprüht hat. „Nazidreck“ steht dort. Und: „Kein Gedenken den Faschisten“. 1932 war das Kriegerdenkmal an der Emmauskirche erbaut worden – gesehen hatte es jedoch kaum jemand, da es fast vollständig von einer Liguster- und Buchenhecke zugewachsen war. Erst im Zuge der Neubauarbeiten war der Gedenkstein freigeschnitten worden. Jetzt wurde er um 4,50 Meter weiter in Richtung Mannesallee versetzt, um Platz für die Außenspielfläche der Kita zu machen.
Pastor Vigo Schmidt findet es normal, dass ein solches Mahnmal auch für Unmut sorgt. „Es geht ja um Krieg und um Waffen, da kann man auch mal kritisch sein“, sagt er. „Obwohl die Auseinandersetzung sehr spät kommt.“ Für die Zukunft hoffe er auf „fruchtbare Diskussionen“ zum Thema.
Demnächst verschwindet das Soldatenmahnmal jedoch erstmal wieder: Zum Schutz vor den Bauarbeiten wird es bis zum Frühjahr 2019 eingehaust. Die Kirche ist zwar nicht die Eigentümerin des Gedenksteins, hat aber die Pflicht, diesen zu erhalten.
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