Die Veddel bekommt eine Poliklinik

Sie planen die Veddeler Poliklinik – gemeint ist damit ein sozialmedizinisches Stadtteilzentrum: der Mediziner Jan Kaiser und die Politologin Milli Schroeder. Foto: cvs

Ehemalige Polizeikaserne am
Zollhafen wird umgebaut – Eröffnung noch in diesem Jahr geplant

Von Ch. v. Savigny.
Gute Nachricht für die Veddel: Noch in diesem Jahr will in der ehemaligen Polizeikaserne (Straße: Am Zollhafen) eine
Poliklinik ihre Pforten öffnen. Geplant ist zunächst eine Allgemeinarztpraxis mit Labor, Beratungs- und Gruppenraum. Weitere Ärzte sollen später dazukommen.
Neu ist in jedem Fall die übergreifende Ausrichtung: So soll es neben der üblichen medizinischen Versorgung auch eine Sozial- und Rechtsberatung sowie verschiedene Fortbildungen zum Thema Gesundheit geben. Die Veddeler Poliklinik – im eigentlichen Wortsinn ein Ärztehaus mit Anschluss an ein Krankenhaus – ist ein Modellprojekt, das von einem Konsortium aus Medizinern, Juristen und Wissenschaftlern ins Leben gerufen wurde.
Beteiligt ist auch das „Medibüro Hamburg“, das sich seit 1994 für eine medizinische Versorgung von Menschen ohne Geld und/oder Papiere einsetzt.
Aktuell wird am Zollhafen fleißig geschraubt und gehämmert. Das frühere Künstleratelier in der Nummer 5b wird zu einem zweistöckigen, 140 Quadratmeter großen Stadtteil-Gesundheitszentrum ausgebaut. Die Kosten dafür übernehmen die Initiatoren selbst.
Letzte Apotheke seit einem Jahr geschlossen
Ab November oder Dezember soll hier der ehemalige Wilhelmsburger Allgemeinarzt Dr. Ole Bonnemeier praktizieren. Weil die Veddel als medizinisch unterversorgter Stadtteil gilt, hatte die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVHH) einen zusätzlichen Kassensitz für den Standort genehmigt.
Hintergrund: Vor Ort gibt es bislang nur eine Hausärztin, die zudem nur halbtags Sprechstunden anbietet. Die Poliklinik will im Gegensatz dazu ganztägig
geöffnet sein. Auch wer Medikamente benötigt, ist auf der Veddel schlecht dran: Die letzte Apotheke hatte vor über einem Jahr dichtgemacht.
Die Initiatoren sammeln jetzt Vorschläge für weitere Versorgungsangebote. Im Gespräch sind unter anderem eine Praxis für Krankengymnastik sowie Gruppenangebote zum Thema Sport und Gesundheit. „Wir sind davon überzeugt, dass die Qualität im Gesundheitssystem
gesteigert werden kann, wenn Menschen an der Gestaltung
ihrer Gesundheitsversorgung und ihrer Lebensumstände beteiligt sind“, sagt Politikwissenschaftlerin Milli Schroeder von Medibüro.

Poliklinik
Als Poliklinik wird heute die Zusammenfassung verschiedener Fachärzte in einer Großpraxis bezeichnet. Teure Apparate (etwa Röntgengeräte), Räume und teilweise Personal werden gemeinsam genutzt, die Verwaltung ist zentral und die angestellten Ärzte erhalten ein festes Gehalt. Dadurch sollen geringere Kosten für die Krankenkassen entstehen.
Patienten haben bei Weiterbehandlungen und Überweisungen innerhalb der Poliklinik keinen Zeitverlust und keine langen Geh- oder Fahrtstrecken. Quelle: Wikipedia
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