Die größte WG der Stadt

GoMokry: Im Reiherstiegviertel haben sich 40 junge Leute für ein gemeinsames Wohnprojekt zusammengefunden

Ch.v.Savigny, Wilhelmsburg
Tür an Tür mit den Nachbarn, die die gleiche Küche und das gleiche Badezimmer benutzen. Zusammen Kochen und Essen, gemeinschaftliche Freizeitgestaltung – aber auch Konflikte und Streitereien austragen und sich hinterher wieder versöhnen: In Wilhelmsburg hat eine Gruppe junger Leute wahrgemacht, wovon andere nur träumen. Seit etwas über einem Jahr besteht mittlerweile das Wohnprojekt GoMokry, das in einem sanierten Altbau an der Ecke Mokrystraße/ Vogelhüttendeich untergekommen ist. Bewohnt wird es von rund 40 Personen – Ärzten, Handwerkern, Studenten, Hartz-IV-Empfängern. Der Älteste ist 36 Jahre alt und der Jüngste mal gerade zwei.
Alle haben das gleiche Ziel: Sie wollen dem gemeinschaftlichen Wohnen eine Chance geben. Und das nicht nur, weil alleine wohnen so teuer geworden ist, sondern weil es sich auch besser und abwechslungsreicher lebt zu mehreren. „Ich wollte nicht mehr so viel alleine vor mich hinrödeln“, sagt Bewohnerin Kirstin (28). Ihr Fazit nach einem Jahr: „Eine zuweilen anstrengende, aber auch wertvolle Erfahrung!“
Fünf Stockwerke und etwa 1.000 Quadratmeter Wohnfläche hat die Gruppe GoMokry zur Verfügung. Zwischen den beiden Ursprungs-Häusern Mokrystraße 1 und 3 wurden die Wände herausgenommen, so dass die Stockwerke durchgängig begehbar sind. Neben den Gemeinschaftsküchen gibt es Gästezimmer, eine Werkstatt, ein Büro und einen Bewegungsraum, in dem Yoga und Kickboxen angeboten werden.
Größtes Projekt von GoMokry ist ein Gemeinschaftsraum, der als Stadtteiltreff fungiert. Gemütliche Sessel und Sofas laden zum Verweilen ein. In der Bücherecke lässt es sich in aller Ruhe schmökern. Außerdem gibt es eine Bar (die befreundete Wandergesellen aus alten Türen gebaut haben), an der man – gegen Spende – Frühstück und Getränke bekommt.
Einmal wöchentlich treffen sich interessierte Bewohner zum Plenum. Dort werden Probleme ausdiskutiert und neue Aktionen geplant. Wichtigster Punkt aktuell: Bislang wohnen die „GoMokrys“ zur Miete – doch demnächst soll das Haus in den Besitz der Gruppe übergehen. Zwecks Finanzierung wurde die gemeinnützige Kooperative „Mietshäuser Syndikat“ ins Boot geholt. „Wir sind zuversichtlich, dass das alles gut über die Bühne geht“, sagt Bewohner Jonas (35).

Das sagt der Bauherr
Vermieter Konrad Grevenkamp hat – wie sollte es anders sein – früher selbst in WGs gewohnt. Mit seiner Firma „impuls 21“ hat er bereits mehrere ähnliche Projekte im Stadtteil realisiert. „Ich bin ein Fan von gemeinschaftlichem Wohnen“, sagt er. „Das schafft viele Möglichkeiten im Zusammenleben, auch wenn man auch mal seine Ruhe haben muss.“ Mit den Mitgliedern von GoMokry sei er im Großen und Ganzen sehr zufrieden. „Wer Lust auf ein solches Wohnprojekt hat, dem möchte ich das gerne ermöglichen“, sagt er.
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