Der Bunker pfeift

Der 2013 eröffnete Energiebunker Wilhelmsburg verfügt über eine knapp 700 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage. Foto: cvs

Sirrende Geräusche stören Anwohnerin –
Betreiber Hamburg Energie ratlos

Von Christopher von Savigny.
Sabine Unbehaun findet das Geräusch so nervig, dass sie zu Hause die Musik aufdreht, um ihre Ruhe zu haben. Dabei sei die Störung gar nicht so einfach zu beschreiben. „Es ist ein sirrender, sehr hoher Ton“, sagt die Wilhelmsburgerin, die in unmittelbarer Nähe des Energiebunkers in der Neuhöfer Straße wohnt.
Schon seit mehreren Monaten fühlt sich Sabine Unbehaun durch den Pfeifton gestört, der ihrer Meinung nach von der Fotovoltaikanlage des Bunkers herrührt. „Ich höre ihn praktisch täglich“, berichtet sie. „Sogar bei geschlossenem Fenster. Ich denke, das hängt mit der Windrichtung zusammen – vermutlich Südosten.“
Dieser Befund würde auf jeden Fall zur Konstruktion der Solarhülle an dem ehemaligen Flakbunker passen: Denn anders als bei solchen Anlagen üblich, befinden sich die Kollektoren nicht nur auf dem Dach, sondern reichen auch weit die Südwand des gut 40 Meter hohen Gebäudes hinunter.
„Wenn da der Wind durchgeht, kann es richtig laut werden“, sagt auch Lutz Cassel. Der Vorsitzende des Stadtteilbeirats ist zwar nicht direkt betroffen: „Aber ich habe lange Zeit unter einer Hochspannungsleitung gewohnt und weiß, wovon ich rede.“ Auch der Beirat hatte sich schon mit dem Thema beschäftigt. „Wir wollen das Problem weiter beobachten“, sagt Cassel.
Im Inneren des massiven Betonbaus beteibt das Unternehmen Hamburg Energie ein regeneratives Kraftwerk mit Großwärmespeicher. Aus Sonnenlicht, verbrannten Holzhackschnitzeln, Abwärme und Methan entstehen Strom und Fernwärme.
Für das störende Sirren oder Pfeifen vermutet Unternehmenssprecherin Anna Vietinghoff ebenfalls auf den Wind als Verursacher. „Durch jeden Widerstand im Wind – ob Strommast, Bäume, offene Türen oder Fenster – entstehen Geräusche“, sagt sie. Dagegen könne man leider nichts tun. „Das kann überall passieren“, so Vietinghoff. Weitere Beschwerden hinsichtlich eines störenden Pfeiftons seien bei Hamburg Energie nicht eingegangen.
Sabine Unbehaun wundert das nicht weiter: „In meiner Nachbarschaft leben viele ältere Leute – die nehmen so hohe Frequenzen wahrscheinlich gar nicht wahr.“ Dass sie sich das Fiepen nicht etwa einbildet, weiß die Anwohnerin ganz genau. „Mein Mann hört das Geräusch ja auch“, sagt sie.
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Rolf Masuch aus Wilhelmsburg | 20.08.2015 | 15:00  
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