Das letzte seiner Art

Wie aus dem Ei gepellt: Für den Auftritt bei einem Sommerfest im Garten haben sich diese drei Mitglieder des Wilhelmsburger Bandnonion Orchesters in Schale geworfen. Foto: pr

Wilhelmsburger Bandonion-Orchester feiert 85. Geburtstag

Bekannte Volkslieder, Märsche und natürlich Tango stehen auf dem Programm, wenn das Wilhelmsburger Bandonion Orchester am Sonntag, 25. Mai, um 15 Uhr im Bürgerhaus, Mengestraße 20, seinen 85. Geburtstag feiert. Der Eintritt für das Jubiläumskonzert beträgt sechs Euro.
Das Orchester gehört heute zu einem der letzten seiner Art. Der Anfang war allerdings etwas holprig und das kam so: Die beiden musikbegeisterten Kumpel Hein Kaczmarek und Franz Tokarski klopften 1929 beim Wilhelmsburger Musikverein an die Tür und fragten ob sie sich dem Orchester anschließen dürften. Etwas barsch kanzelte man sie ab und lehnte das Ansinnen mit der Begründung ab, der Verein hätte bereits genug Musikanten. „Dann gründen wir eben unser eigenes Orchester“, beschlossen die Freunde.
Gesagt, getan. Am 5. April 1929 taten sich Hein Kaczmarek, Franz Tokarski, Paul Barysch, Eduard Jobczyk und Paul Kubczik zusammen und gründeten den Wilhelmsburger Bandonionverein Freundschaft. Die Sache ließ sich gut an. Die Herren spielten auf Hochzeiten, Familienfesten, Tanzveranstaltungen, Schiffsausflügen und Firmenjubiläen. 1935 wurde das Kinder-bandonionorchester „Jung Wilhelmsburg“ aus der Taufe gehoben. 1947 wurden die Elbinsulaner bei ihrem gemeinsamen Konzert mit dem Musikverein „Frei Weg“ in der ausverkauften Musikhalle (heute Laeiszhalle) gefeiert. Eine Plattenaufnahme mit dem beliebten Entertainer Jochen Wiegandt und die Mitwirkung in den NDR-Sendu-ngen „Sonntakte“ und „Talk op Platt“ gehören zu den Glanzpunkten der Vereinsgeschichte.
Derzeit spielen 14 aktive Vereinsmitglieder im Orchester. Mit Gerd Kaczmarek und Nicola Kaczmarek spielen heute der Enkel und die Urenkelin des gleichnamigen Gründungsmitglieds Hein im Ensemble. „Damals wie heute spielen wir in erster Linie und mit Leidenschaft Tango“, sagt Gerd Kaczmarek. Aber auch Hamburg-Klassiker wie „La Paloma“ oder „In Hamburg sagt man Tschüs“ dürfen bei ihren Auftritten nie fehlen.
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