Bürgerhaus: Kann die Sanierung im Juli starten?

Kaputt: Am Bürgerhaus Wilhelmsburg wurde lange nichts gemacht. Foto: Jo Larsson

Rund 5,7 Millionen Euro werden benötigt – der Bund will
zwei Drittel der Kosten übernehmen, den Rest zahlt Hamburg

Ch.v.Savigny, Wilhelmsburg

Die Sanierung des maroden Bürgerhauses Wilhelmsburg steht offensichtlich unmittelbar bevor: Nach Angaben des Bezirksamts Mitte wird in diesem März mit einer Finanzierungsbestätigung durch die Bundesregierung gerechnet, die etwa zwei Drittel der 5,7 Millionen teuren Reparatur des Hauses übernehmen soll. Die restlichen knapp zwei Millionen Euro kommen aus dem Sanierungsfonds der Hamburgischen Bürgerschaft.
„Wenn die Finanzierung geklärt ist, möchte die Stiftung Bürgerhaus Wilhelmsburg mit der Umsetzung der Maßnahme im Juli 2017 beginnen“, erklärt Norman Cordes, Sprecher des Bezirksamts Mitte. Der laufende Betrieb werde inzwischen so gut wie möglich aufrechterhalten.
Wie schon im vergangenen Jahr bekannt wurde, leidet das Bürgerhaus an akuter Altersschwäche: Heizungsanlage und Installationsrohre sind porös und kaputt, der Wassertank der Sprinkleranlage leckt. Hubbühne und Trennwände des großen Veranstaltungssaals (700 Personen) müssen dringend erneuert werden. Der Parkplatz ist im Laufe der Jahre stark abgesackt und inzwischen komplett uneben. Erst letzte Woche hatte das Bürgerhaus mit neuen Problemen zu kämpfen: „Wir hatten einen Wasserrohrbruch“, sagt Stiftungsvorstand Bettina Kiehn. Die Situation vor Ort sei „desaströs“.
Dass es dem Bürgerhaus so schlecht geht, verwundert nicht: Denn seit seiner Eröffnung im Jahr 1985 gab es kaum grundlegende Instandsetzungen – allenfalls für Schönheitsreparaturen reichte das Geld. Die Einrichtung erhält etwa eine halbe Million Euro im Jahr an Zuschüssen durch den Bezirk. Reparaturen können davon nicht bezahlt werden.
„Da ist es herausragend, wie gerade das Bürgerhaus in Wilhelmsburg mit einer geringen Ausstattung Großes in einem Stadtteil geleistet hat, der aus Hamburger Sicht schon mehrfach gescheitert war“, sagt Norbert Hackbusch (Linke, MdHB), Fachsprecher für Kultur.

HINTERGRUND

Das Bürgerhaus Wilhelmsburg wurde vor rund 30 Jahren gegründet – in etwa zeitgleich mit dem Kulturzentrum
Rieckhof in Harburg. Anders als ähnliche Einrichtungen wie etwa die Honigfabrik werden der Rieckhof und das Bürgerhaus nicht von der Kulturbehörde finanziert, sondern über die zuständigen Bezirksämter.
Nach Auskunft von Rieckhof-Geschäftsführer Jörn Hansen war es der Behörde damals schlichtweg zu teuer. „Man war entsetzt über die Größe der Häuser, beziehungsweise über die Höhe des Finanzbedarfs“, sagt er.
Gleichzeitig waren die Bezirke über die Jahrzehnte hinweg offenbar deutlich stärker als die Fachbehörden von Kürzungen betroffen. „Das hat dazu geführt, dass auch der Rieck-hof 30 Jahre lang abgekoppelt wurde“, so Hansen. „Die Zuwendungen der von der Kulturbehörde geförderten Zentren sind hingegen schon öfter erhöht worden.“
Unter dem Strich sei die Bezeichnung – ob Bürgerhaus, Kulturzentrum oder Freizeithaus – aber völlig unerheblich für die Förderung. „Es kommt ausschließlich darauf an, aus welchen Töpfen das Geld kommt“, sagt Hansen. CVS
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.