Bienenseuche auf der Elbinsel

Hier prüft Thomas Krieger bei der Arbeit. Er und seine Imker-Kollegen in Wilhelmsburg hoffen, dass das Sperrgebiet für ihre Bienenstände bald aufgehoben wird. (Foto: pr)

Schwere Zeiten für Imker: Wegen der amerikanischen Faulbrut wurde Wilhelmsburg zum Sperrgebiet erklärt

Rachel Wahba, Wilhelmsburg - Noch gibt es keine Entwarnung für Wilhelmsburger Imker. Das Veterinäramt hat die Elbinsel im April zum Sperrgebiet erklärt. Der Grund: die amerikanische Faulbrut. Die Bienen können zwar ihre Bienenstände verlassen, aber die Bienenvölker dürfen nicht die Elbinsel verlassen.
Für die Imker in Wilhelmsburg bedeutet das zunächst, dass sie mit ihren Völkern nicht ins Alte Land zur Bestäubung wandern können. Sie werden also in diesem Jahr keinen Obstblütenhonig anbieten können. „Für uns Imker ist das aber auch in anderer Hinsicht ein Verlust, weil die Obstbauern uns eine Bestäubungsprämie zahlen, wenn wir mit unseren Bienenvölkern in die Obstblüte wandern. Auch diese Prämie fällt jetzt aus“, sagt Thomas Krieger, Erster Vorsitzender des Imkervereins Harburg-Wilhelmsburg und Umgebung.
Die Amerikanische Faulbrut ist eine tödliche Bienenseuche. Meist wird sie dadurch übertragen, dass alte Bienenstände von Imkern einfach stehen gelassen werden. Es bildet sich im Inneren der Bienenstöcke Fäulnis. Bienen anderer Völker suchen in den verlassenen Stöcken nach Honig und übertragen so die Krankheit an gesunde Völker. Krieger: „Dem Honig schadet die Faulbrut nicht, aber sie kann ganze Völker ausrotten. Das macht diese Krankheit so gefährlich und führt im Ernstfall zu erheblichen finanziellen Einbußen für uns Imker.“
Zudem, so der Hobby-Imker, könnten die Imker, deren Bienenstände im Sperrgebiet lägen, derzeit keine neuen Völker züchten. Die aber braucht der Imker, um möglichst viel Honig zu erwirtschaften und später möglichst viele Völker über den Winter zu bringen.
Um die Obstblüte im Alten Land macht sich Krieger aber keine Sorgen. „Die Obstbauern haben sich, nachdem im April die Faulbrut in Wilhelmsburg aufgetreten war, um Ersatz beispielsweise aus dem Landkreis Stade gekümmert“, sagt Thomas Krieger.
Krieger und seine Kollegen auf der Elbinsel hoffen nun darauf, dass die gerade durchgeführte Probe und eine Nachprobe, die noch aussteht, ergeben, dass die Faulbrut ausgerottet und das Sperrgebiet aufgehoben werden kann.
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