Berufsvorbereitung – ganz praktisch!

Praktisch arbeiten: Deniz lackiert, Anleiter Thomas Nettelmann gibt Tipps. (Foto: Christopher von Savigny)

Produktionsschule Wilhelmsburg kümmert sich um jugendliche Schulabbrecher

von Christopher von Savigny, Wilhelmsburg
In der Holzwerkstatt der Produktionsschule Wilhelmsburg ist Deniz (16) emsig damit beschäftigt, Bretter zu streichen. Sorgfältig führt er die Lackierrolle über die Oberfläche, damit sich die weiße Farbe gleichmäßig verteilt. Wenn sie getrocknet sind, sollen die Dielen als
Deckenabhängung zum Einsatz kommen. „Es gefällt mir gut hier“, berichtet der Jugendliche. „Ich mache gerne Dinge mit meinen Händen.“ Seit drei Monaten besucht Deniz die Produktionsschule – zuvor hatte er die Stadtteilschule verlassen, weil er dort keine Zukunft mehr für sich sah. Jetzt schmiedet er schon wieder Pläne: „Ich möchte später mal Personenschützer werden“, sagt er.
Seit 2009 bietet die Produktionsschule in der Industriestraße Berufsvorbereitungen für jugendliche Schulabgänger und
-abbrecher an. Die 15- bis 18-Jährigen können sich in den Bereichen Gastronomie, Einzelhandel sowie Holz- und Metallverarbeitung fortbilden. Ein Jahr dauert die Fortbildung im Durchschnitt, derzeit gibt es 50 Plätze. „Im Wesentlichen geht es darum, den Jugendlichen wieder neues Selbstbewusstsein zu vermitteln“, sagt Sabine Haugg, eine der Geschäftsführerinnen. „Die meisten sind in ihrem Leben viel herumgeschubst worden, haben lange kein Erfolgserlebnis mehr gehabt.“
Wer das Schulprojekt abgeschlossen hat, findet in den meisten Fällen leichter einen Ausbildungsplatz. Auch der Hauptschulabschluss ist möglich.
Vier Anleiter kümmern sich um den praktischen Unterricht, vormittags stehen jeweils eineinhalb Stunden Theorie in Deutsch und Mathe auf dem Stundenplan. Alles, was in den Werkstätten produziert wird, geht in den Verkauf. Im Laden der Produktionsschule („Die Manufaktur“) kann man die Werke der Schüler bewundern: kunstvoll gearbeitete Vogelhäuschen sind darunter, ebenso wie Tische, Stühle und Regale. Träger der Einrichtung ist die gemeinnützige GmbH „Beruf und Integration Elbinseln“, das Projekt wird von der Schulbehörde unterstützt.
Im Rahmen von Halloween veranstaltet die Manufaktur, Veringstraße 63, am Donnerstag, 31. Oktober, einen Kennenlerntag: Für Kinder gibt’s „Süßes oder Saures“, Erwachsene dürfen von der „Gruselbowle“ probieren. Uhrzeit: 12 bis 18 Uhr.
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