Bauboom auf der Elbinsel

IBA-Projektgebiet Dratelnstraße und Nord-Süd Achse. Foto: IBA Hamburg GmbH / Falcon Crest Air

5.200 Wohnungen geplant: öffentlich geförderte Mietwohnungen, Eigentumswohnungen, Stadthäuser, Studentenappartements und Seniorenwohnungen

Olaf Zimmermann, Wilhelmsburg

Die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße wirkt wie ein großer Befreiungsschlag. In Wilhelmsburg sollen in den nächsten Jahren auf einer Fläche von 89 Hektar rund 5.200 Wohnungen entstehen: preiswerte Mietwohnungen, Stadthäuser, Eigentumswohnungen, aber auch Appartements für Studenten und barrierefreie Wohnungen für Senioren. Natürlich sind zusätzlich Schulen, Kindertagesstätten und Gewerbeflächen vorgesehen. „Der gesamte Stadtteil erhält ein neues, faszinierendes Gesicht mit schönen Wohnanlagen am Wasser und neuer Infrastruktur für die Elbinsel“, lobte Senatorin Dorothee Stapelfeldt. Doch es gibt auch Verlierer: Viele Kleingärten sowie der Sportplatz am
Vogelhüttendeich müssen dem Wohnungsbau weichen.
Was genau ist geplant? Im Gebiet Elbinselquartier, bislang Nord-Süd-Achse genannt, sollen mindestens 2.000 Wohnungen errichtet werden, im Haulander Weg etwa 680, im Spreehafenviertel bis zu 1.000. Verantwortlich für die Projekte ist die IBA Hamburg.
Seit 2015 laufen die Planungen für das Wilhelmsburger Rathausviertel (1.200 Wohnungen), die Georg-Wilhelm-Höfe (150 Wohnungen) sowie für die Kirchenwiese in Georgswerder (184 Wohnungen). Die Bauarbeiten in den Bereichen Wilhelmsburger Rathausviertel und Nord-Süd-Achse sollen bereits 2020 beginnen.
Wichtig: Während der gesamten Projektentwicklung sollen – so das Versprechen der Planer – die Wilhelmsburger die Gelegenheit bekommen, eigene Ideen und Wünsche einzubringen.

Was hält Wilhelmsburgs CDU von den Bauprojekten?

Wie steht die Wilhelmsburger CDU zu den Wohungsbauplänen des Senats für die Elbinsel? Jörn Frommann (CDU, Regionalausschuss Wilhelmsburg/Veddel) nimmt Stellung.

Elbinselquartier
„Mit der Entwicklung des Elbinselquartiers entlang der alten, dann verlegten Reichsstraße findet ein weiteres durch den damaligen CDU-Senat inszeniertes Projekt zur Überwindung der städtebaulichen Teilung Wilhelmsburgs seinen Abschluss. Mit dem vorliegenden Entwurf werden die Lücken zwischen dem Reiherstiegviertel und dem neuen Rathausquartier in der Wilhelmsburger-Mitte geschlossen. Eine große Herausforderung bleibt die Abwick-lung des Verkehrs in diesem Bereich, der auch weiter von einer großen Menge an Gewerbeverkehren geprägt sein wird. Hier hat weder IBA GmbH noch SPD-Senat bisher ein wirklich tragfähiges Konzept vorlegen können.”

Haulander Weg
„Für dieses Plangebiet, dass eine der letzten großen intakten Grünflächen im Wilhelmsburger Westen zerstören würde, liegen bisher nur negative Beschlüsse der Politik vor. Dies ist der IBA GmbH vor wenigen Wochen noch einmal durch die Fraktionen mitgeteilt worden. Zudem wird dieses Quartier mit der direkten Nähe zu den Industriegebieten im westlichen Wilhelmsburg und der zukünftigen Hafenquerspange derart emittiert werden, dass qualitätsvolles Wohnen kaum möglich sein wird. Die CDU lehnt dieses Vorhaben bereits seit Jahren ab.”

Spreehafenviertel
Eine besonders sensible Entwicklung des ‘Spreehafenviertels’ ist anzustreben, liegt es doch zwischen den emittierenden Betrieben des nahen Gewerbegebiets und dem Hafen sowie der Hafenrandstraße, über die die Lkw-Verkehre eigentlich die Elbinsel umfahren sollen. Es kann dort keine Lösungen geben, die dazu führen, dass unendlich lange Häuserblocks die dahinter liegenden Wohnbereiche schützen sollen. Eine große Herausforderung liegt nach Ansicht der CDU auch im Umgang mit den dort vorhandenen Grünflächen und Biotopen.
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