Azubi-Speed-Dating: Der erste Eindruck zählt

Beim dritten Azubi-Speed-Dating auf der Elbinsel stellen sich rund 100 Schüler ihrem – meist ersten – Vorstellungsgespräch. Foto: co (Foto: co)
Hamburg: Kirchdorf |

Zum dritten Mal bewerben sich Schüler im Eiltempo um einen Ausbildungsplatz

Dass in vier Stunden satte 24 Bewerbungsgespräche geführt werden, ist in Wilhelmsburg nichts Ungewöhnliches mehr. So zackig geht es eben zu beim mittlerweile dritten Azubi-Speed-Dating auf der Elbinsel. Insgesamt 18 Betriebe bieten rund 140 verschiedene Berufsbilder an, etwa 100 Schüler stellen sich ihrem – meist ersten – Vorstellungsgespräch.
„Ziel ist es, später zu einem ausführlicheren Gespräch eingeladen zu werden“, sagt Klaus Wüstermann von der Agentur für Wirtschaft und Schule Elbinseln (AWIS), die das Speed-Dating veranstaltet. Das Motto: Der erste Eindruck zählt mehr als die Noten auf dem Papier. So sieht es auch Christian Liebelt von der Firma Hartmann Elektrotechnik: „Wir sind zum ersten Mal hier und sehr angetan“. Er wünscht sich noch viel mehr solcher Veranstaltungen, denn der Großteil stolpere bei Hartmann bereits über die Hürde der schriftlichen Bewerbung. „Genau die nehmen wir den Schülern hier“, sagt Wüstermann. Und die findens gut – egal ob sie sich bei Dat Backhus die Ausbildung zum Bäckereifachverkäufer vorstellen können, als Speditionskaufmann bei Kühne und Nagel Karriere machen oder beim NDR als Mediengestalter arbeiten wollen.
Emefa Agbeadzi würde zwar auch gerne Sängerin oder Dolmetscherin werden, doch ihr Traumberuf lautet Hotelfachfrau. Gerade hat sie jeweils zehn Minuten ihr Bestes an den Tischen der Hotels Crowne Plaza und Radisson Blu gegeben. „Die Frau vom Plaza war streng“, sagt die 18-Jährige, „aber der vom Radisson hat mich angelächelt“. Emefa ist vor zwei Jahren aus Ghana nach Deutschland gekommen, später möchte sie gerne dorthin zurückkehren. „Ich will ein eigenes Hotel bauen und Häuser für die Straßenkinder“, erzählt sie mit funkelnden Augen. Die Ziele von Bruno Pinto sind da eher bodenständig. „In zehn Jahren vielleicht ein Haus, Auto, Motorrad und Familie wären schön“, sagt der 16-Jährige. Am besten gefällt ihm eine Zukunft als Metallbauer, aber auch der Elektronikerberuf interessiert ihn. Bruno: „Für die Ausbildung zum KFZ-Mechaniker müsste ich aber noch auf die Realschule.“ Wie es mit dem Hauptschulabschluss aussieht? „Na, den packe ich locker!“
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