Aufatmen auf der Veddel

Wird nun doch Stadtteilschule: die bisherige Grund-, Haupt- und Realschule Slomanstieg. (Foto: Christopher von Savigny)

Schule Slomanstieg wird Stadtteilschule – Projekt zur Berufsorientierung damit gerettet

von Christopher von Savigny, Veddel
Geschafft: Nach langem Ringen darf die Schule Slomanstieg nun doch Stadtteilschule werden. Das hat die Schulbehörde bei der Vorstellung des lang erwarteten Schulentwi-cklungsplans bekannt gegeben. Damit kann die Veddeler Schule jetzt anfangen, für das neue Schuljahr zu planen. In Kürze beginnt bereits die Anmelderunde für den Herbst 2012.
Gleichzeitig ist damit auch das Praxisprojekt 9+ gerettet, das den Schülern nach ihrem Hauptschulabschluss den Weg ins Berufsleben erleichtern soll: Während eines einjährigen Praktikums in einem Hamburger Betrieb können die Jugendlichen Berufsluft schnuppern und sich weiterqualifizieren. Parallel erhalten sie zwei Tage pro Woche Unterricht in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch. Derzeit hat das Programm 36 Teilnehmer, die sich auf drei Klassen verteilen. Zu den Kooperationspartnern gehören die Kupferhütte Aurubis, die Drogeriekette Budnikowsky und die Deutsche Bahn.
Das bundesweit einmalige Projekt ist überaus erfolgreich: „75 Prozent der Teilnehmer schaffen den Übergang in die Ausbildung“, sagt Schulleiterin Hiltrud Kneuer, die über die Entscheidung der Schulbehörde mehr als erleichtert ist. „In einem Stadtteil, wo vorwiegend Migranten leben, hätte ein mögliches Projekt-Aus eine Katastrophe bedeutet!“ Ursprünglich sollte die Schule Slomanstieg auf eine reine Grundschule zurückgestuft werden. Im Haupt- und Realschulbereich war das Schulprogramm bereits zurückgefahren worden. Durch den Behördenbeschluss können weitere Programme zur Berufsorientierung in den Klassen 7 bis 9 – Praxislerntage und Praktika – ebenfalls weiterlaufen.
Auch der Veddeler SPD-Politiker Klaus Lübke freut sich für die Schule Slomanstieg: „Gerade für so einen schwierigen Stadtteil wie die Veddel ist es wichtig, dass man Jugendlichen eine Perspektive bietet“, sagt er. Schulleiterin Kneuer fordert nun, dass ihre künftige Stadtteilschule, die als integrative Regelschule auch Kinder mit Behinderungen aufnimmt, entsprechend mit Sachleistungen und Personal gefördert wird. „Soziale Brennpunkte brauchen die besten Lehrer“, sagt sie.
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