Am Mengeplatz ist die Zeit stehengeblieben

Hier ist es immer 12 Uhr: Die neue, nicht funktionierende „Großuhr“ an der Straße „Bei der Wollkämmerei“. Foto: pr

Im Sommer wurde eine neue Uhr aufgestellt, doch deren Zeiger bewegen sich nicht – es fehlt ein Stromanschluss

Ch.v.Savigny, Wilhelmsburg
Beide Zeiger stehen auf Punkt 12 Uhr – und das schon seit dem Sommer. Ende Juli wurde auf der Kreuzung Georg-Wilhelm-Straße / Bei der Wollkämmerei eine neue sogenannte „Großuhr“ aufgestellt. Für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer ist ein so auffälliger Zeitgeber durchaus recht praktisch – wenn damit man nicht auf die eigene Uhr oder aufs eigene Handy gucken muss. Zwecks Installation der Großuhr war Einiges an Aufwand betrieben worden: So musste etwa eine Fahrbahnseite der Straße „Bei der Wollkämmerei“ zeitweise gesperrt werden. Staus und Anwohnerärger waren die Folge. In der Zwischenzeit sind die Zeiger der Uhr jedoch noch keine Minute vorwärtsgerückt. Wie kann das sein?Die Antwort überrascht: „Die Uhr verfügt aktuell noch über keinen Stromanschluss“, sagt ein Sprecher von Ströer Deutsche Städte Medien GmbH (DSM). Man arbeite an einer „zeitnahen Lösung“. Insgesamt rund 440 Großuhren unterhält die Werbefirma Ströer hamburgweit, die auch für einen Großteil der „Stadtmöbel“ (Sitzbänke, Bushaltestellen) und Werbeflächen verantwortlich zeichnet.
Mit der Stadt besteht ein Vertrag darüber, wieviele Stadtmöbel aufgestellt werden dürfen – und an welchen Orten. Werbeträger und Unternehmen haben die Möglichkeit, Werbeflächen zu mieten. Auch die stillstehende Uhr am Mengeplatz ziert ein Wegweiser zu einem nahen Fastfood-Restaurant – so finanziert sich das Ganze. Laut Ströer-Unternehmenskommunikation sind „Großuhren auffällige Fixpunkte im Stadtbild, bieten hohe Frequenzen und hohe Kontaktchancen“. Ob allerdings der Stromanschluss schon gleich zu Beginn fehlte oder ob etwas anderes schiefgelaufen ist, sagt die Firma nicht.
Laut Webseite der Firma werden kaputte Uhren im Normalfall innerhalb von 24 Stunden repariert – sofern es sich nicht um Probleme mit der Stromversorgung handelt. Bundesweit hat Ströer laut eigener Auskunft etwa 3.500 Großuhren. Die öffentlichen Uhren an und auf Bahnhöfen, sowie in U- und S-Bahn-Stationen werden von den jeweiligen Verkehrsunternehmen selbst gewartet.
Übrigens stehen in den Stadtteilen Wilhelmsburg und Veddel zusammen nur insgesamt sechs Großuhren – was im Vergleich zum übrigen Hamburg sehr wenig ist.
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