13 Millionen im Teich versenkt?

Statt Touristen gibt´s hier nur Idylle: Die Ursula-Falke-Terrassen gammeln leise vor sich hin. Hier legen keine Fähren an, höchstens mal die ein oder andere Barkasse. Dafür wurden 13 Millionen Euro ausgegeben.

Aßmannkanal wurde ausgebaut, der Teich ausgebuddelt, die Ursula-Falke-Terrasse angelegt – aber es fährt kein Schiff

Wilhelmsburg - Vom Innenstadt-Rathaus zum Wilhelmsburger Rathaus per Schiff – so sah zumindest der Plan aus. Nach der Bau- (IBA) und Gartenausstellung (igs) sollten Touristen den Wasserweg nach Wilhelmsburg-Mitte nutzen. Doch heute macht sich am Anleger gähnende Leere breit:  Es gibt keine reguläre Schiffsverbindung zwischen dem nördlichen Ufer und den Ursula-Falke-Terrassen. Der Anleger neben dem Bürgerhaus verödet. Der geplante „Sprung über die
Elbe“ endete als Bauchklatscher.

Was wurde gemacht?
Für die Bau- und Gartenausstellungen wurden der Aßmannkanal und die Rathauswettern sowie der See am Bürgerhaus ausgebaut. Außerdem wurde der Ursula-Falke-Anleger gebaut. Die Idee: Es sollte nach der Ausstellung eine regelmäßige Schiffsverbindung zwischen Landungsbrücken oder Jungfernstieg geben. Touristen oder die Bewohner der neuen Häuser am Kanal hätten so Wilhelmsburg-Mitte bequem per Schiff erreichen können. Dafür wurden 13 Millionen Euro ausgegeben.

Warum kommt keiner?
Anscheinend ist die Wasser-Verbindung nach Wilhelmsburg-Mitte nicht interessant, weder für den Linien- noch den Touristenverkehr. Die Hadag, die die Linien-Fährverbindungen in Hamburg betreibt, fährt zwar zum Anleger Ernst-August-Schleuse. Aber eben nicht an die Falke-Terrassen.
Damit der Anlager irgendwie genutzt wird, organisiert die IBA selbst sonnabends Touren unter dem Motto „Elbsprung“. Außerdem fahren ab und an einige private Linien zum Anlieger, wie beispielsweise die Bergedorfer Schifffahrtslinie. Auch Alsterdampfer werden dieses Jahr 15 mal hier anlegen.

Wurde das Geld verschleudert?
Nein. Laut Anke Hansing, Sprecherin der IBA: „Die Nutzung des Aßmann-Kanals erfolgte nach unseren Recherchen allein im Zeitraum 2012-2015 für knapp 8.000 Besucher.“ Klar, denn in den Zahlen sind auch die Besucher der igs enthalten. Doch die igs endete 2013. Jetzt nutzen überwiegend Sportler die Wasserstraße.
Magnus-Sebastian Kutz, Sprecher der Stadtentwicklung, hofft auf die Zukunft: Wenn es hier erst mal neue Wohnviertel geben wird, „wird voraussichtlich ein mittelfristiger Bedarf an einer regelmäßigen Barkassenanbindung entstehen, die dann wirtschaftlich betrieben werden kann.“
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