Radweg ins Nirvana

Wo geht's denn hier hin? Der Radweg an der Schenefelder Landstraße endet derzeit in einer Sandpiste für Fußgänger. (Foto: cvs)

Schenefelder Landstraße: Neues Pflaster endet unvermittelt vor Fußweg

Ch. v. Savigny, Blankenese

Hoppla, was ist denn da los? Ein Radweg führt ins Nirgendwo! Mal wieder Stückwerk beim Ausbau der Hamburger Radwege – diesmal geht es um die Einmündung der Isfeldstraße in die Schenefelder Landstraße.

Erst kürzlich wurde der Abschnitt mit rotem Betonpflaster neu hergerichtet. Auf dem glatten, gut sichtbar markierten Untergrund fährt es sich ohne Probleme. Doch Radler, die in Richtung Iserbrook unterwegs sind, kommen nicht weit: Das ausgebaute, etwa 100 Meter lange Stück endet unversehens in einem Sandweg, der nur für Fußgänger zugelassen ist.
Dass Hamburg beim Radwegeausbau an allen Ecken und Enden zu sparen scheint – daran haben sich hiesige Radfahrer wohl mittlerweile gewöhnt. Ärger macht in diesem Fall die fehlende Beschilderung: „Sollen sich die Radfahrer am Ende des Radwegs in Luft auflösen?“, fragt ein empörter Wochenblatt-Leser in einem Online-Kommentar. „Geht es da hinten unterirdisch weiter?“, ein anderer. Tatsächlich bleibt dem Radler wohl nichts anderes übrig, als seinen Drahtesel auf die Straße zu schieben und anschließend vorsichtig weiter zu rollen.

Absenkung war nicht
verkehrssicher

Was war passiert? Vor dem Umbau durften Radler ihre Fahrt – ohne Unterbrechung – auf der Straße fortsetzen. Der Bordstein war abgesenkt. „Da sich aber zeigte, dass die bestehende und lange Jahre bewährte Ableitung der Radfahrer in den Straßenverkehr nicht mehr den heutigen Ansprüchen an die Verkehrssicherheit entsprach, wurde der Kantstein nachträglich hochgesetzt“, erklärt Martin Roehl, Sprecher des Bezirksamts Altona.
Auch die Polizei spricht von einem Gefahrenpotenzial: „Der Radfahrer, der dort hinunterfuhr, lebte in dem Gefühl, dass er auf der Fahrbahn sicher weiterfahren könnte“, so Helmuth Lübbert, Straßenverkehrsbeamter im Polizeirevier Blomkamp. Diese Sicherheit aber sei aufgrund des Autoverkehrs zu keinem Zeitpunkt gewährleistet gewesen.
Da die aktuelle Lösung – mit Kantstein – aber wohl auch nicht das Nonplusultra ist, soll tatsächlich nochmal etwas passieren. Eine – laut Polizeiauskunft – erneute Absenkung des Kantsteins mit deutlichen Markierungen auf der Straße. Oder anders ausgedrückt: Alles wieder auf Anfang.
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