Geschichtsdetektive im Einsatz

Ines Sulzbacher, Hilda Tiemann, Hans Jochim Ahrens, Uwe Michelau und Harald Adickes (v.l.) sind echte Geschichtsdetektive. Sie haben in Dokumenten geforscht, um das Gründungsdatum Neugrabens zu ermitteln. Jetzt schreiben sie ein Buch über den Ort. Fotos: ki
Hamburg: Neugraben |

Jetzt ist es geklärt: Im Jahr 2016 feiert Neugraben sein 500-jähriges Bestehen!

Von Karin Istel. Wann wurde eigentlich Neugraben gegründet? Das Süderelbe-Archiv plant, zum 500-jährigen Bestehen des Ortes ein Buch herauszugeben. Aber wann genau wurde der Ort besiedelt? Keine leichte Aufgabe für die fünfköpfige Redaktionsgruppe des Jubiläumsbuches, die das Rätsel dann schließlich mit Sherlock-Holmes-Methode löste.
„Das Geburtsjahr von Neugraben zu erschließen, ist wie ein Puzzlespiel“, sagt Hans Jochim Ahrens. Fakt 1: „In einer Sammlung von Gerichtsakten aus den Jahren 1562 bis 1612 finden sich die Akten eines Prozesses von 1533. Dabei ging es um den Streit zweier Landesherren um die Nutzung von Waldgebieten“, erkärt Uwe Diakon Michelau.
So weit, so gut. „Fakt 2: „Unter den Zeugen, die 1553 befragt wurden, war ein gewisser Gödeke Tiedemann. Er sagte aus, er wohne seit 37 Jahren in Neugraben, sei seinerzeit dorthin gezogen“, so Ahrens.
Daraus kombinierten die Buchautoren: „Fakt 3: Da Tiedemann das beste Grundstück am Moorrand für sich erschlossen hat, ist davon auszugehen, dass er der erste Siedler war“, so Ahrens. „Neugrabens Geburtsjahr ist 1516“, schlussfolgert Harald Adickes.
Namentlich wird Neugraben aber erst 14 Jahre später erstmals urkundlich erwähnt. „Um Landwirtschaft zu betreiben, wurde das Moor entwässert. Dafür wurde ein neuer Graben gebaut. Er gab dem Ort seinen Namen“, so Hilda Tiemann.
Der erste Hof in Neugraben stand an der heutigen Francoper Straße 54. „Das war der alte Hof Nummer 6. Das Grundstück ist seit 1516 in unserer Familie. Natürlich steht nicht mehr das ursprüngliche Haus, und der Familienname hat auch zweimal gewechselt. Das heutige Haus ist aber auch schon wieder 300 Jahre alt“, strahlt Hans Jochim Ahrens voller Stolz.
Nachschlagen kann das alles im Buch über Neugraben, das spätestens im nächsten Jahr zu „Neugraben erleben“ erscheinen wird. „Eine dröge Chronik wird das nicht, sondern ein Buch voller Anekdoten. Eine davon ist im 19. Jahrhundert der Neubau der Schule an der Cuxhavener Straße 400. Da gab´s erst acht Jahre später eine Toilette“, schmunzelt Ines Sulzbacher. „Genaueres kann Neugraben-Buch nachgelesen werden.“

Das Süderelbe-Archiv ist eine Arbeitsgruppe des Kulturhauses Süderelbe und trifft sich in der Bücherhalle Neugraben, Neugrabener Markt 5.
Jeden ersten Sonnabend im Monat kann man von 10 bis 12 Uhr mehr über die Arbeit der Gruppe erfahren und Ideen zum Jubiläum einbringen.
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