Kopfsteinpflaster bleibt

Anwohner (hier aus der Tornquiststraße) haben sich erfolgreich für den Erhalt des alten Belags eingesetzt. Der Bezirk verzichtet darauf, die Straße zu asphaltieren. Foto: cvs

Tornquiststraße / Weidenstieg: Bezirksamt übernimmt Anwohnerwünsche

Ch. v. Savigny, Eimsbüttel

Die Entscheidung ist gefallen: Sowohl in der Tornquiststraße als auch im Weidenstieg soll das alte Kopfsteinpflaster erhalten bleiben. Der Bezirk plant, den gut einen Kilometer langen Abschnitt zwischen Fruchtallee und Heußweg ab dem Frühjahr 2018 umfassend zu sanieren. Auch die Veloroute 2 zwischen Eidelstedt und der Innenstadt läuft hier entlang, weshalb viel Wert auf einen fahrradfreundlichen Ausbau gelegt wird.
Die Anwohner, die sich bereits vor etwa elf Jahren erfolgreich gegen eine Asphaltierung „ihrer“ Straße gewehrt hatten, setzten sich auch diesmal durch. „Verkehrsgünstig zu bauen, heißt ja nicht immer, dass man alles schöne, alte kaputtmachen muss“, sagt Anwohnerin Margret Wolfrum, die wie ihre Mitstreiter den „gründerzeitlichen Charakter“ des Viertels bewahren möchte. Daher sind die Bewohner sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Man muss sagen, dass das Bezirksamt sehr positiv auf unsere Wünsche reagiert hat“, findet Wolfrum.
Weiterhin bekommt die gesamte Strecke, auf der bereits heute ein Tempo-30-Limit gilt, neue Fußwege und Fahrradbügel. Aufgepflasterte Fußgängerüberwege sollen zusätzlich für Verkehrsberuhigung sorgen. Die Parkplätze werden anders angeordnet, dadurch verläuft die Fahrbahn an einigen Stellen nicht mehr schnurgerade, sondern leicht „verschwenkt“. Um den Autoverkehr weiter zu reduzieren, werden in Höhe der Kreuzung Doormannsweg und beim Isebekpark zwei „unechte“ Einbahnstraßen – also einseitige Durchfahrtssperren – eingerichtet.
Der Abschnitt mit dem Kopfsteinpflaster beginnt in Höhe der Emilienstraße und endet an der Bismarckstraße. Ebenso zeitaufwendig wie auch teuer ist die Sanierung: „Das Pflaster wird ausgebaut, gesägt und anschließend wieder eingebaut“, berichtet Thorsten Rösch aus der Planungsabteilung des Bezirksamts. Dies sei nötig, um am Ende eine einigermaßen ebene Oberfläche zu erhalten. Laut Bezirksamt hat am Ende das „Bürgervotum“ den Ausschlag für Kopfsteinpflaster gegeben.
Wie lange die Arbeiten dauern sollen, steht noch nicht fest. „Das hängt sehr davon ab, wie schnell Hamburg Wasser mit dem Sielausbau in der Bismarck-straße vorankommt“, sagt Rösch.

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Stichwort: Kopfsteinpflaster
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Kai Dirksen aus Eimsbüttel | 29.03.2017 | 20:57  
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