Türksports starke Schultern

Nazim Capa (.) und Ismail Turan haben bei Türksport alles im Blick. Foto: Düse

Fußball: Bei Harburg Türksport kümmern sich Präsident
Nazim Capa und Obmann Ismail Turan um alles

Von Waldemar Düse.
Im kommenden Sommer wird der Harburger Türksport 35 Jahre alt. Er ist damit bislang der einzige Migrantensportverein in Hamburg, der jemals dieses Alter erreicht haben wird. Zwei Männermannschaften, ein Seniorenteam, eine B-Jugend und eine E-Jugend treten derzeit für den Klub von der Baererstraße an. Das sollte nicht unerwähnt bleiben, denn seit beinahe der Hälfte des Vereinslebens lastet die Verantwortung im Wesentlichen nur auf zwei Schultern – auf denen von Klub-Präsident Nazim Capa und Obmann Ismail Turan.
Im Sommer hat die Liga mit einem 14-Punkte-Vorsprung als Meister der Kreisliga 1 nach zweijähriger Abstinenz wieder den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. „Wir müssen sehen, dass wir so schnell wie möglich da unten wegkommen“, kommentiert Turan die kurzfristigen Ziele angesichts von nur zwei Punkten Rückstand auf den ersten Abstiegsplatz.
Mittelfristig kann es wohl nur darum gehen, den Verein weiterhin am Leben zu erhalten. Für viele Spieler ist er in den vergangenen Jahren nur eine vorübergehende Heimat gewesen. Sie sind etwa zu Kurdistan Welat, zum FC Neuenfelde oder zum Platznachbarn Dersimspor gewechselt. „Aber trotzdem ist das für uns keine Konkurrenz“, sagt Capa ganz ohne Bitterkeit. „Wir sind kein spezieller Nationalitätenverein oder traditionell muslimisch und Geld ist bei uns auch nicht im Spiel.“
Capa selbst ist nicht nur Präsident, sondern auch noch Trainer, Organisator, Motor Türksports – und hält „seine“ Ligamannschaft vor dem Anpfiff per Foto auch noch für die Nachwelt fest. Eben der „Mann für Alles“. Sein Mitstreiter Turan hat sich in den vergangenen Jahren bereits mehrere Male aus dieser Tretmühle verabschiedet – ist aber nach einiger Zeit von Capa stets „überredet“ worden, wieder einzusteigen.
Ausgeschlossen scheint jedoch eine Rückkehr zu „glorreichen“ Landesligazeiten. Aus denen musste sich der Verein im Sommer 2006 verabschieden – übrigens gemeinsam mit dem Bostelbeker SV und dem HSC. Schon um auch noch den 40. Geburtstag feiern zu können, dürften zwei Schultern zukünftig nicht mehr ausreichen.
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