Erster Oberliga-Sieg des HTB

Glücklicherweise bleibt der Ball beim Eigentor der Lübecker nicht vor der Linie im Matsch der Jahnhöhe stecken. Foto: Der Sport

Aus dem Harburger Fußball-Archiv: der 20. November 1949

Von Waldemar Düse.
Die gute, alte Jahnhöhe ähnelt an vielen Stellen eher der Suhle einer Wildschweinrotte als dem gepflegten Untergrund für hochwertigen Oberliga-Fußball. Die beiden Mannschaften, die sich an diesem 20. November 1949 vor 5.000 Zuschauern auf dem morastigen Geläuf gegenüberstehen, mühen sich nach Kräften, sich dem Niveau des Untergrunds anzupassen.
Eine Überraschung ist das nicht. Der HTB ist erstmals in der Oberliga Nord dabei, einer der damals fünf höchsten deutschen Spielklassen. Ein Sieg ist dem Neuling in den bislang zehn Punktspielen aber noch nicht gelungen. Doch auch der Gegner VfB Lübeck hat sich noch nicht als der große Überflieger präsentiert.
Begonnen hat das Abenteuer Erstklassigkeit in euphorischer Festtagsstimmung und bestem Hochsommerwetter. „Großkampfstimmung am Millerntor. Fast 25.000 Zuschauer! Ein wunderbarer Anblick, die sommerhellen Zuschauermassen um den lichtgrünen jungfräulichen Rasen“, dichtet „Der Sport“ über jenen historischen 24.Juli 1949. Im abschließenden Duell der Aufstiegsrunde gewinnen die Harburger John – Gizzi, Knappe – Lischewski, Weber I, Penske – Nodop, Sommerfeld, Kleeblatt, Franke und Weber II erst in der Schlussphase die Überhand über den schleswig-holsteinischen Vertreter Itzehoer SV. Kleeblatt (8., Foulelfmeter, 87.), Nodop, 40. und Franke (89.) schießen in einem zermürbenden Abnutzungskampf die Tore zum 4:1. Der Meister der Elbe-Staffel ist Erstligist.
Doch mit „eitel Sonnenschein“ ist es bald vorbei. In der Oberliga Nord ist es wesentlich zugiger und der HSV, St.Pauli, Werder, Eintracht Braunschweig oder Hannover 96 sind andere Kaliber als Viktoria Wilhelmsburg oder der TSV Veddel.
Auf der zerwühlten Jahnhöhe ist das alles nur noch ferne Erinnerung und die „so hart geprüften Harburger Zuschauer“ genießen nur den Augenblick: Mit einem Eigentor leiten die Lübecker in dem Gewürge die historische Wende ein. Den Schlusspunkt setzt Franke (62.) und der erste HTB-Sieg in der Fußball-Oberliga Nord ist unter Dach und Fach.
Er schadet den Lübeckern mehr als er den Harburgern nutzt: Als Vorletzter steigt der VfB Lübeck mit 20:40 Zählern wieder ab, der HTB bringt es als Schlusslicht am Ende der Spielzeit 1949/50 auf ganze 8:52 Punkte und 37:103 Tore.
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