Zweite Runde für das BID?

Sie wollen das "Schwungrad in Gang" halten: Peter C. Kowalsky (von links, BID Manager), Margit Bonacker (konsalt), Klaus-Jürgen Hübner (Hübner Textilien, BID Sprecher), Giselind Hack (Leiterin des Zentrums für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt), Sandra Pachmann-Alvarez (Grundeigentümerin) und Lühr Weber (Arcaden Apotheke). Foto:ast
Grundeigentümer hoffen auf weitere Aufwertung der Lüneburger Straße
ANDREA STEIN, HARBURG
Seit 31. März ist das erste BID (Business Improvement District) Lüneburger Straße ausgelaufen, der Anschluss-Antrag für weitere drei Jahre ist jedoch noch nicht genehmigt: Eine bevorstehende Gesetzesänderung wird zur Zeit geprüft, Anträge werden also erst mal zurückgestellt. Zwar ist man zuversichtlich, dass auch ein zweites BID genehmigt wird, doch für eine Übergangszeit von bis zu einem halben Jahr musste eine Lösung gefunden werden. Immerhin 23 von 65 Grundeigentümern sind spontan in Vorleistung getreten und finanzieren mit rund 30.000 Euro die zwischenzeitliche Weiterführung des Projekts. Die reduzierten Mittel reichen allerdings nicht aus, um z.B. den Harburger Kultursommer in diesem Jahr zu finanzieren.
Man sei zusammengewachsen, sagen die Grundeigentümer übereinstimmend. „Auch wenn der Branchenmix noch nicht gelungen ist“, sagt Klaus-Jürgen Hübner, Inhaber von Hübner Textilien und Sprecher des BID, „man braucht einen Verbund, um die Lüneburger Straße attraktiver zu machen.“ 550.000 Euro zahlen die Grundeigentümer in den Topf, um ein BID über drei Jahre zu finanzieren. Geschätzte 80.000 Euro für Grünanlagen und Sauberkeit kommen vom Bezirk dazu. Vieles habe man damit bereits auf den Weg gebracht, erklärt Margit Bonacker Geschäftsführerin der Firma konsalt, die mit der Betreuung des BID beauftragt ist. „Das allgemeine Erscheinungsbild der Lüneburger Straße hat sich enorm verbessert. Dass sich in letzter Zeit neue Läden angesiedelt haben, liegt auch daran, dass das BID für Investoren ein Qualitätsmerkmal ist.“
„Die Arcaden sind voll vermietet und WMF bleibt - auch weil Sportspass für mehr Belebung gesorgt hat“, erklärt auch BID-Manager Peter Kowalsky die Synergieeffekte. Weitere Pläne des BID betreffen das Lüneburger Tor (hier soll unter anderem der Spielplatz neu gestaltet werden), den Gloria-Tunnel und das Harburg-Center: Hier ist man in Gesprächen mit den Machern der Phänomenta, einer interaktiven Technik-Ausstellung, die unter anderem in Flensburg bereits ein Publikums-Magnet ist. Die Gespräche mit dem Eigentümer der Immobilie, Hans-Dieter Lindberg, seien „auf dem Weg“, so Margit Bonacker.



INFO-KASTEN:
Das BID ist eine kanadische Erfindung aus den 80er Jahren. 2005 wurde es auch in Deutschland per Gesetz ermöglicht. Das Ziel: Grundeigentümer sollen mit Politik und Verwaltung sowie mit professioneller Unterstützung ihren Standort aufwerten. Sind zwei Drittel der Eigentümer für die Einrichtung eines BIDs, werden alle gesetzlich verpflichtet, sich an den Kosten der Massnahmen zu beteiligen. Die Mehrheit kam in Harburg erst im zweiten Anlauf zustande: Zwei Jahre und über 30 Treffen waren nötig, um alle ins Boot zu holen. Jetzt zahlt jeder 3,2 Prozent des Wertes seiner Immobilie in den BID-Topf.
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1 Kommentar
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Manfred Hagel aus Harburg | 17.05.2012 | 14:46  
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