Zwei Jahre Warten auf eine Reha?

Ilona Montrone-Stolte sucht verzweifelt nach einem Ort, wo sie Wassergymnastik als Reha-Maßnahme machen kann. Foto: sl

Ilona Montrone-Stoltes hat vom Hausarzt Wassergymnastik verschrieben bekommen

Ein bis zwei Jahre soll Ilona Montrone-Stolte auf eine Reha-Maßnahme warten. „Bis dahin kann ich auch tot sein“, sagt die 69-Jährige, die im letzten Jahr zwei schwere Operationen überstanden hat. Zudem quälen sie Asthma, Rheuma und Übergewicht. Alles zusammen macht das Laufen schwer. Die ehemalige Krankenschwester ist auf einen elektrischen Rollstuhl angewiesen. Linderung erhofft sie sich von 50 Reha-Terminen, die ihr der Hausarzt verschrieben hat. Doch mit einer konventionellen Krankengymnastik ist es nicht getan. Sie braucht Wassergymnastik.
Mit dem Rezept in der Hand wandte sich die Rentnerin an das Reha-Zentrum am Sand. Hier gibt es ein Schwimmbad und ausgebildetes Personal. „Aber der Herr am Telefon sagte mir, auf eine solche Behandlung müsste ich ein bis zwei Jahre warten. Allerdings könnte ich ja zusätzlich das Paket ‚Hamburg Vital‘ für knapp 70 Euro im Monat buchen. Dann könnte man mich da schon irgendwie noch mit einschieben“, berichtet sie empört. „Das kann doch wohl nicht sein. Wieso können die mich unterbringen, wenn ich einen ganz anderen Vertrag abschließe. Das ist doch Erpressung.“
Das Reha Zentrum hält die Aussage des Mitarbeiters für sehr unglücklich, räumt aber gleichzeitig ein, dass die Wartezeiten tatsächlich sehr lang sind. „Die Angebote des Reha-Zentrums Harburg im Bereich Rehabilitationssport sind begrenzt, die Nachfrage entsprechend hoch“, so Pressesprecher Jan-Christoph Deißner. „Das Bewegungsbad wird täglich für die ambulante Reha-Therapie benötigt und kann nicht ausschließlich für Rehasport-Anwendungen genutzt werden.“
Die Hamburger Verbraucherzentrale kann sich hingegen kaum vorstellen, dass Ilona Montrone-Stolte tatsächlich ein bei zwei Jahre warten soll. „Da sind viele Irrtümer und Kommunikationsprobleme am Werk“, sagt Christoph Kranich, Gesundheitsexperte bei der Hamburger Verbraucherzentrale. Er rät der Patientin, sich an die Patientenberatung zu wenden (Mo – Fr 11 bis 13 Uhr unter Telefon 24 83 22 30)
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