Zurück in Harburg

In „Tadellöser & Wolff“ wird die Geschichte der Rostocker Familie Kempowski während der Nazizeit erzählt. Foto: Joachim Hiltmann

Kempowskis „Tadellöser & Wolff“ wird im Harburger Theater aufgeführt - Dreharbeiten zum Film hatten in Harburg stattgefunden

Von Ernst Brennecke. Harburg.
Seit dem Fernseh-Zweiteiler von 1975 kennt jeder den Roman „Tadellöser und Wolff“. Am Harburger Theater wird Walter Kempowskis Roman am 10. November uraufgeführt.
Das Stück kehrt dann gewissermaßen nach Harburg zurück. Wie das ? Der Roman spielt doch in Rostock? Das ist richtig, aber als Eberhard Fechner 1974 das Buch als Zweiteiler fürs Fernsehen gedreht hat, fanden die Außenaufnahmen in Harburg statt. Und zwar in großem Stil.
Um die Folgen eines Bombenangriffs darzustellen, wurde sogar die Heimfelder Wattenbergstraße aufgerissen. Eine Reihe der Anlieger wohnten damals auf Kosten von Studio Hamburg im Hotel. Wer später den fertigen Film sah, erkannte auch eine Reihe der Denkmäler, die auf dem Schwarzenberg stehen.
Wie aber kamen die Fernsehmacher nach Harburg? Aufnahmeleiter war ein gewisser Karl Jobig, ein umtriebiges Harburger Urgestein. Erwohnte damals am Sand und wurde wenig später auch König der Harburger Schützengilde. Als er mit den Recherchen für die Aufnahmen betreut wurde, wusste er nur ein: In Rostock, damals DDR, waren sie nicht möglich. Gesucht wurde eine Stadt mit Küstennähe und einem ähnlichen Flair wie die Stadt an der Ostsee. Zu seiner eigenen Überraschung wurde er in seiner Heimatstadt fündig.
Der Film war hochkarätig besetzt: Edda Seippe und Karl Lieffen spielten die Eltern Kempowski, Martin Kollewe und Michael Poliza teilten sich die Rolle des Walter Kempowski, Martin Semmelrogge war als Walters Bruder Robert zu sehen. Außerdem dabei: Ernst Jacobi, Helga Feddersen, Gert Haucke, Fritz Hollenbeck, Hans Mahnke, Karl-Ulrich Meves und viele andere. Hinter der Kamera stand ein Mann, den wir heute aus vielen anderen Bereichen kennen: Gero Erhardt.
Allerdings verliefen die Außenaufnahmen nicht ganz störungsfrei. Denn nach der Simulation des Bombenangriffs beschwerten sich Anlieger über die Zerstörungsmaßnahmen, weil dadurch bei ihnen die Erinnerungen an den Weltkrieg wieder hoch kamen. Als die Fernsehmacher abzogen, sah die Wattenbergstraße übrigens wieder so aus wie vorher.

Harburger Theater, Museumsplatz 2
Aufführungen: 10. bis 12. November, 13., 16. bis 18. November, jeweils 20 Uhr (12./13. November auch 15 Uhr).
Theaterkasse: di - fr 12 bis 18 Uhr, sa 10 -14 Uhr
Telefon 42 87 13 604
tickets@harburger-theater.de
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