"Zukunft des Rieckhofs nicht gefährdet"

Interview mit Harburgs SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath

Die endgültige Entscheidung, wo in Harburg bei der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gespart wird, fällt in der Bezirksversammlung. Dort hat die SPD die absolute Mehrheit. Das Elbe Wochenblatt befragte deshalb SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath.
EW: Nach Vorschlag der Verwaltung könnten beim Rieckhof die kompletten 35.000 Euro, die aus dem Bereich Kinder- und Jugendarbeit stammen, eingespart werden. Innerhalb der SPD-Fraktion gibt es zu diesem Vorschlag offenbar unterschiedliche Meinungen. Was sagen Sie? Wird sich die Fraktion dem Vorschlag der Verwaltung anschließen?
Heimath: Die Verwaltung hat jetzt ihre Hausaufgaben gemacht und Vorschläge für die bezirkliche Jugendhilfeplanung vorgelegt. Jetzt ist die Politik am Zuge. Wir werden uns jetzt in der Fraktion intern beraten. Es wäre zu früh, jetzt schon über Ergebnisse zu spekulieren.

EW: Sehen Sie durch diese eventuellen Kürzungen die Existenz des Rieckhofs gefährdet?
Heimath: Nein. Der Rieckhof erhält auch in den nächsten Jahren eine Zuwendung in Höhe von über 650.000 Euro aus Stadtteilkulturmitteln. Die Zukunft dieser Einrichtung ist nicht gefährdet!

EW: Stimmt es, dass die SPD bereits Gespräche mit potentiellen Trägern führt, die den Rieckhof übernehmen könnten?
Heimath: Nein.

EW: Was halten Sie von dem Vorschlag, die Stadt könnte ja die Miete für das Rieckhof-Gebäude senken?
Heimath: Nichts. Das würde zwangsläufig auch eine Kürzung der Zuwendung zur Folge haben. Wir warten auf das Ergebnis der Evaluation der Bürgerhäuser, das der Bürgerschaft wohl noch in diesem Jahr vorgelegt werden soll. Ich gehe davon aus, dass dieser Bericht vielfältige Anregungen zum Thema Bürgerhäuser enthalten wird.

EW: Wird Ihrer Ansicht nach im Rieckhof Kinder- und Jugendarbeit geleistet?
Heimath: Es sind sicher Angebote der Jugendkulturarbeit. Zur klassischen offenen Kinder- und Jugendarbeit würde ich sie eher nicht zählen.

EW: Wie viel Geld erhält Harburg aus dem so genannten "Überbrückungsfonds", der für die Umorganisation/Abwicklung von Kinder- und Jugendprojekten eingerichtet wurde? Kann der Rieckhof Geld aus diesem Fonds erhalten?
Heimath: Die Vergabe erfolgt nicht nach Bezirksproporz, sondern nach fachlich begründeten Gesichtspunkten. Deshalb ist es ja auch so wichtig, dass wir uns jetzt mit der Jugendhilfeplanung befassen, damit wir die Anträge rechtzeitig stellen können.

EW: Wann fällt im Bezirk die endgültige Entscheidung, bei welchen Trägern/Projekten Geld eingespart werden soll?
Heimath: Der Jugendhilfeausschuss wird voraussichtlich in einer Sondersitzung Ende September entscheiden.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.