Zu viel Nebel - Luft-Transport fiel aus

Der Silo im Schellerdamm ist im Nebel kaum noch zu erkennen. Foto: mag

Neue Klimaanlage für Silo am Schellerdamm sollte mit Hubschrauber angeliefert werden - neuer Versuch in zehn Tagen

Von Marion Göhring. Harburg.
In 75 Metern Höhe mit einer Last von knapp einer Tonne am Haken im Nebel zu stochern – das ist selbst für einen erfahrenen Hubschrauberpiloten zu viel. Und deshalb musste einer der spektakulärsten Transporte in der Geschichte des Harburger Binnenhafens vorläufig abgeblasen werden. Am Sonntag, kurz nach 13 Uhr, meldete sich der Pilot vom Flugplatz in Itzehoe: „Wir haben hier nur 150 Fuß Sicht.“ Darauf entschied Thomas Jeworowski, Abteilungsleiter eines Klimatechnik-Unternehmens: „Das wird heute nichts mehr.“
Der Hubschrauber sollte in mehreren Flügen eine neue Klimaanlage für die Computer in den Büros des Silos am Schellerdamm liefern. Die einzelnen Teile waren mehr als 800 Kilo schwer, und damit war für Silo-Hausmeister Thomas Harm klar: „Über die Fahrstühle geht das nicht.“ Klar war auch, dass die Teile nicht durchs Treppenhaus gewuchtet werden könne. Also orderte man einen Hubschrauber mit einem Spezialgeschirr für Außenlasten.
Der Helikopter sollte die Last auf dem benachbarten Gelände der „Harburger Brücken“, wo demnächst mehrere hundert Wohnungen gebaut werden sollen, aufnehmen und auf dem Dach des alten Getreidespeichers abladen. „Das ist einfacher, als die Last über größere Strecken per Hubschrauber zu transportieren“, sagt ein Vertreter des Hubschrauber-Vermieters. „Es wäre sehr aufwendig, eine Route festzulegen. Denn mit einer so großen Last darf man nicht über bewohntes Gebiet fliegen.“
Das ist aber nicht die einzige Vorsichtsmaßnahme. „Aus Sicherheitsgründen müssen auch die drei obersten Stockwerke des Silos gesperrt werden“, sagt Rolf Tibken, Geschäftsführer des Silo-Verwalters. „Dazu kommen die umliegenden Parkplätze und für etwas zwei Stunden der gesamte Schellerdamm.“
Man habe die Aktion extra auf einen Sonntag gelegt, weil dann nicht so viel Verkehr sei. Erschwerend kam hinzu, dass zurzeit auch die Harburger Schlossstrasse wegen der Bauarbeiten am Kanalplatz in eine Fahrtrichtung gesperrt ist und der Verkehr über den Schellerdamm umgeleitet wird. Alles war genau geplant, nur der Nebel war nicht geplant. Nun soll in eineinhalb Wochen ein neuer Versuch gestartet werden.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.