Zu teuer! Bezirk stoppt Drehbrücke

Gut 1,5 Millionen Euro sollte diese Drehbrücke über den Lotsekanal ursprünglich kosten. Nachdem die Kosten sich verdreifacht hatten, wurde das Projekt gestoppt. Jetzt wird neu geplant. Foto: Grassl/Winking Froh Architekten

Projekt im Binnenhafen wird neu ausgeschrieben -
erst einmal soll es eine „provisorische Lösung“ geben

Pünktlich zum Beginn der Internationalen Bauausstellung 2013 sollte die Harburger Schloßinsel besser an die Innenstadt angebunden sein. Fußgänger und Radfahrer sollten das neue Wohnquartier Schloßinsel dann vom Kanalplatz aus bequem über eine Drehbrücke erreichen. Der Plan klang gut, doch die Wirklichkeit sieht völlig anders aus: Die angekündigte Drehbrücke wird es nicht geben. Harburg muss im Frühjahr 2013 erst einmal mit einer provisorischen Lösung auskommen.
Hintergrund: Nachdem die Baukosten für die Drehbrücke von ursprünglich 1,5 Millionen Euro auf fast vier Millionen Euro (Tendenz weiter steigend) explodiert waren, wurde die Ausschreibung gestoppt. „Die Schmerzgrenze ist längst überschritten. Man hat von Beginn an mit unrealistischen Zahlen gearbeitet“, kritisierte Harburgs SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath den zuständigen Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG). „So etwas darf nie wieder passieren.“
Noch vor sechs Wochen hatte Heimaths Parteifreund Muammer Kazanci trotz der Kosten noch heftig für den Bau der Drehbrücke geworben und eine Neuplanung abgelehnt. Doch die beständig steigenden Kosten führten auch bei der SPD zu einem Umdenken.
Wie geht’s jetzt weiter? „ Wir arbeiten an einer neuen Ausschreibung. Denn so teuer darf die Brücke nicht sein“, sagt Kerstin Graupner, Sprecherin der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU). Sicher ist: Irgendein Übergang über den Kanal wird kommen. Wenn das Geld nicht für eine Drehbrücke reicht, dann tut es vielleicht eine normale Klappbrücke. Aber auch die wird nicht im Frühjahr 2013 fertig sein.
„Als Zwischenlösung für das kommende Jahr könnte ich mir ein Provisorium für Fußgänger und Radfahrer vorstellen. Hierüber werden die beteiligten Behörden in den nächsten Tagen beraten“, meint Bezirks-amtsleiter Thomas Völsch (SPD). Wer zahlt für die Übergangslösung? BSU-Sprecherin Kerstin Graupner: „Das ist Sache des Bezirks.“


Drei Ingenieurbüros hatten in einem Ideenwettbewerb ihre Entwürfe für eine Brücke vom Kanalplatz zur Schloßinsel vorgestellt. Die Jury, in der übrigens kein Vertreter der Harburger Hafenwirtschaft saß, kürte den Drehbrücken-Entwurf der Hamburger Büros Grassl / Winking Froh zum Sieger. „Ein Glücksfall für die Brückenhauptstadt Hamburg“, hatte Oberbaudirektor Jörn Walter geschwärmt.
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3 Kommentare
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Manfred Hagel aus Harburg | 29.11.2012 | 20:59  
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Petra Weinstein aus Harburg | 04.12.2012 | 15:17  
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Manfred Hagel aus Harburg | 04.12.2012 | 21:05  
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