Zähes Gummi steigt vom Grund des Binnenhafens auf

Eigentlich soll die Absaugsperre den Kautschukfilm aufhalten, aber große Teile schwimmen drunter weg. Foto: sl

Sorge um Wasserqualität nach Großbrand im Januar: Bezirksamt sieht keine Gefahr

SABINE LANGNER, HARBURG
Als am 2. Januar ein riesiges Feuer in einer Lagerhalle in der Nartenstraße wütet, fackeln dort große Mengen Kautschuk ab. Das geschmolzene Gummi verteilt sich mit dem Löschwasser rund um den Brandherd. Straßen, Wege und Siele sind inzwischen gesäubert. Aber Teile des zähen Stoffes landeten auch im Hafenbecken. So lange es kalt war, setzte sich die Masse am Boden ab. Mit den steigenden Temperaturen steigt auch der Kautschuk wieder auf.
„Das Zeug ist wie Pattex“, regt sich Bjoern Broertjes auf. Der 49-Jährige betreibt an der Straße Hafenbezirk einen Yachthafen. Er beschreibt, dass sich morgens kleine ölige Flecken auf der Wasseroberfläche bilden. Je wärmer es im Laufe des Tages wird, desto mehr kommt hoch. „Mit Wind verbindet sich das Zeug zu klebrigen Placken, die sich überall festsetzen“, erklärt er. Schwimmen sei in diesem Jahr dadurch unmöglich geworden. An den Booten und Stegen würde sich ein Schmierfilm bilden. Am schlimmsten sei allerding die Folge für die Wasservögel. „Das verklebt das Gefieder und sie sterben“, sagt der Hafenmeister.
Die möglichen Umweltschäden haben auch das Bezirksamt und die Umweltbehörde auf den Plan gerufen. Sie haben Mitte Juni im Stichkanal eine so genannte Absaugsperre installiert. Das sind eine Art „Kunststoffwürste“, die auf der Wasseroberfläche treiben. Hier lagert sich der Kautschuk ab und kann abgefischt werden.
Das beruhigt Bjoern Broertjes nicht. „Wer weiß, wie giftig dieses Zeug ist! Es ist doch nicht nur an der Oberfläche, sondern auf dem Grund des Hafenbeckens. Eigentlich müsste man den gesamten Boden absaugen.“ Doch mit dieser Idee beißt er vorläufig auf Granit. Gift kann noch nicht mal Greenpeace in dem Kautschuk erkennen. „Der Löschschaum steht im Verdacht Krebs erregend zu sein“, sagt Greenpeace-Mitarbeiter Kai Britt. „Kautschuk ist nicht giftig.“
Auch das Bezirksamt sieht keine Gefahr. „Wir gehen von keiner Belastung des Gewässers aus, die über den Zustand im Januar hinausgeht, der unbedenklich war und ist“, sagt Petra Schulz, Sprecherin des Bezirksamts. Zudem würde sich durch das Schleusen die Wassersituation auch immer weiter verbessern. Tatsächlich gibt es aber Überlegungen, das Hafenbecken zu entschlammen. Das Problem: Das Ganze wird teuer und kann auch nicht so ohne weiteres in Angriff genommen werden, weil Teile des betroffenen Gebietes im Privatbesitz sind und die Eigentümer mitspielen müssen.
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4 Kommentare
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Nancy Haymann aus Harburg | 12.07.2012 | 16:43  
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Manfred Hagel aus Harburg | 14.07.2012 | 22:14  
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Herzog Otto aus Harburg | 17.07.2012 | 14:22  
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Manfred Hagel aus Harburg | 18.07.2012 | 23:37  
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