Wohnunterkunft Wetternstraße: "Es tut sich was"

Nur auf den ersten Blick ein Idyll: die marode Wohnunterkunft Wetterstraße. Foto: mag

Einige Gebäude werden abgerissen, acht neue Wohnhäuser geplant - jetzt sollen Familien untergebracht werden

Von Marion Göhring. Harburg.
Die Anwohnerinitiative der Wohnunterkunft Wetternstraße hält Wort: Die befürchtete Erweiterung der Unterkunft scheint zwar vom Tisch zu sein, trotzdem sind die Anwohner weiter aktiv. Initiativensprecherin Iwona Mazurkiewicz: „Eine unserer zentralen Forderungen war von Anfang die menschenwürdige und sozialverträgliche Unterbringung von Zuwanderern und Obdachlosen. Dafür kämpfen wir weiter.“ Tatsächlich gibt es in der Unterkunft des städtischen Dienstleisters „Fördern & Wohnen“ einiges zu tun.
Davon konnte sich bei einem Treffen der Anwohner mit der Unterkunftsleitung und Vertretern von „Fördern & Wohnen“ auch SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath überzeugen: „Es müsste mindestens seit 2005 bekannt sein, dass die Unterkunft in einem maroden Zustand ist. Getan worden ist aber nichts.“
Das soll sich jetzt ändern. Ein Teil der alten Gebäude soll abgerissen werden und durch acht Wohnhäuser mit jeweils acht Wohnungen ersetzt werden. Dort sollen zwar vorwiegend die gleichen Personengruppen wohnen, vorwiegend aber Familien und nicht mehr alleinstehende Männer. Heimath: „Das wird die Situation erheblich verbessern.“ Kleiner Nebeneffekt: Die 64 Wohnungen sollen auch auf jenes Kontinent angerechnet werden, das der neue Senat jährlich bauen will.
Doch in der Unterkunft gibt es nach den Schilderungen der Initiative noch andere Missstände. So sollen es immer wieder vorkommen, dass einzelne Bewohner die Räume, die ihnen zugewiesen wurden, an Dritte „untervermieten“. Die Rede ist von Monatsmieten von bis zu 300 Euro. Außerdem sind die Mitglieder der Initiative Zeuge von Drogenhandel und Drogenmissbrauch geworden. Die Unterkunftsleitung hatte stets bestritten, dass dies regelmäßig vorkomme. Jetzt soll „Fördern & Wohnen“ den Vorwürfen noch einmal nachgehen und für Abhilfe sorgen.
Außerdem wurde ein Treffen mit Vertretern des Polizeireviers 46 vereinbart. Auch die Polizei hatte nach Schilderungen der Anwohner die Geschehnisse rund um die Unterkunft immer wieder heruntergespielt.
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