Wohnung voller Schimmel - alle Kinder krank

Haifaa und Abdul Hadi mit ihren Kindern Isam, Kais und Esra (v.li.) suchen verzweifelt eine neue Wohnung. (Foto: Luise Schmidt)

Fährstraße: Syrische Familie verzweifelt auf Suche nach neuer Bleibe

von Luise Schmidt, Wilhelmsburg
Die kleine Esra ist krank. Ein angeborener Herzfehler macht dem Mädchen (10) das Leben schwer. Wichtig für sie ist saubere Luft. Aber genau da liegt das Problem. In der kleinen Wohnung im Hinterhof in der Fährstraße blüht der Schimmel.
Dramatisch vermehrt hat sich der Schimmel im Herbst letzten Jahres, als die Heizung im Wohnzimmer kaputt ging. „Wir haben natürlich den Vermieter informiert“, sagt Vater Abdul Hadi. Doch statt die Heizung zu reparieren, stellte der Vermieter der Familie einen Mini-Heizer in das Wohnzimmer, die den Raum nicht ausreichend wärmen kann.
Lange Auseinandersetzungen folgten. Schließlich suchte die Familie Rat beim Mieterverein. Mit der Folge, dass der Vermieter jetzt in die unteren Räume auch noch zwei rumänische Familien einquartiert hat. Wie selbstverständlich nutzen diese die Küche im Untergeschoss, die bisher allein von Familie Hadi genutzt wurde.
„Hier schlafen jeden Tag andere Menschen“, berichtet Mutter Haifaa Hadi verzweifelt. „Die rauchen, und der Rauch zieht durch die marode Bausubstanz nach oben. Meine Kinder husten inzwischen alle, aber der Vermieter stellt sich taub. Wir brauchen eine neue Wohnung.“
Verzweifelt wandten sich die Eltern an die Kinderärztin, das Jugendamt und an das Wohnungsamt. Das Resultat: Alle bescheinigen der Familie, dass es für die kleine Esra und ihre beiden Geschwister höchste Zeit wäre, in eine andere Wohnung zu ziehen. Allein sie finden keine. Bei der Saga-GWG stehen die Hadis seit mehr als drei Jahren auf einer Warteliste. Trotz Dringlichkeitsschein haben sie in der Zeit nur ein Angebot bekommen, aber den Zuschlag für die Wohnung erhielt dann doch eine andere Familie.
„Mein Mann hat auf der igs gearbeitet, aber jetzt ist er arbeitslos“, berichtet Haifaa Hadi. „Ich mache eine Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistentin. Wir haben nicht viel Geld, aber bis 660 Euro könnten wir bezahlen. Und wir würden in jeden Stadtteil Hamburgs ziehen. Hauptsache, wir kommen hier raus.“
Saga-Sprecher Michael Ahrens sagt: „Leider haben wir eine große Zahl von ganz ähnlichen Fällen und wir haben keine Wohnung für die Familie. Ich kann nur empfehlen, noch mal mit allen Unterlagen im Saga-Büro am Berta-Kröger-Platz vorzusprechen und vielleicht parallel noch mal die Fachstelle für Wohnungssuchende zu informieren.“

Vermieter M. Al-Takani versteht die Aufregung nicht. „Wenn etwas kaputt ist, wird es selbstverständlich repariert, aber ich höre zum
ersten Mal von der Heizung." Darüber hinaus habe er der Familie eine Wohnung in Pinneberg angeboten, was aber abgelehnt worden sei.
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