Wohncontainer in die Wetternstraße?

Wohnheim Wetternstraße: Sollen statt 20 plötzlich 110 weitere Menschen untergebracht werden?

Von Marion Göhring, Harburg. Im Wohnheim an der Wetternstraße sollen weitere Zuwanderer und Wohnungslose untergebracht werden. Das scheint beschlossene Sache zu sein. Wie viele Personen allerdings an der Wetternstraße einquartiert werden, ist immer noch nicht klar. Im Gegenteil: Aus der Sozialbehörde sind ständig neue Zahlen zu hören. Jetzt plötzlich soll der Bezirk Harburg rund 200 Zuwanderer und Flüchtlinge unterbringen.
„Die Verwirrung ist groß“, sagt Iwona Mazurkiewicz, Sprecherin der Anwohner in der Wetternstraße. Die Initiative hatte von Anfang an Verständnis dafür geäußert, auch diesen Personengruppen ein menschenwürdiges Leben in einem Umfeld zu ermöglichen, in dem sie auch willkommen sind. Ob das allerdings an der Wetternstraße möglich ist, daran haben die Anwohner ihre Zweifel.
„In unserer Siedlung leben rund 90 Leute“, sagt Mazurkiewicz. „Dazu kommen rein rechnerisch rund 170 alleinstehende Männer. Sie sind in dem Wohnheim untergebracht.“ In Wirklichkeit lebten dort aber noch mehr Leute, die bei Freunden im Heim Unterschlupf finden. Jetzt noch mehr Zuwanderer und Wohnungslose in die Wetternstraße zu schicken, sei weder den Anwohnern noch den Heimbewohnern zuzumuten.
Die Anwohnerinitiative hatte von Anfang an auf Zusammenarbeit mit den Behörden und vor allem den Politikern gesetzt. Immer wieder trafen sie sich mit Vertretern aller Fraktionen . Deshalb glaubten die Anwohner auch der Ankündigung von Sozialsenator Detlef Scheele (SPD), nicht über die Köpfe der Harburger hinweg zu entscheiden. Das letzte Wort habe die Bezirksversammlung Harburg.
Die Hoffnung schien aufzugehen: In der vergangenen Woche hieß es im Sozialausschuss der Bezirksversammlung, dass der ganze Bezirk lediglich 20 Personen aufnehmen müsse. Das schien vertretbar. Diese Zahl überstand nur wenige Tage. Ende der Woche teilte Staatsrat Jan Pörksen völlig überraschend mit: In der Wetternstraße ist Platz für weitere 110 Personen, dazu müsse man im Wohnheim eben ein wenig zusammenrücken. Außerdem sollen dort noch Wohncontainer aufgestellt werden. Bei Redaktionsschluss war noch keine endgültige Entscheidung gefallen.
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