Wohin mit den Kleinsten?

Elternratsvorsitzender Mehmet Shahin versucht mit allen Mittel zu verhindern, dass die Kleinsten der Grundschule Kernschensteiner Straße zwei Mal umziehen müssen. Foto: sl

Schüler der Grundschule Kerschensteiner Straße
sollen zwei Mal umziehen

Von Sabine Langner.
Die Eltern der Grundschule Kerschensteiner Straße laufen Sturm. „Wenn wir da keine vernünftige Lösung finden, dann muss ich mir für meine beiden Töchter eine neue Schule suchen", droht Elternratsvorsitzender Mehmet Shahin.
Grund für die Aufregung sind umfangreiche Bauarbeiten an Harburger Schulen, die für die nächsten drei Jahre geplant sind. Die Goetheschule (GSH) platzt mit mehr als 1.6.00 Schülern aus allen Nähten. Ein Teil der Oberstufenschüler musste schon in die Bunatwiete umziehen.
Aber der Platz wird bald gebraucht von der benachbarten Schule Maretstraße. Also muss die GSH anbauen. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Grundschule Kerschensteiner Straße Platz macht.
Die Hamburger Schulbehörde plant, die Vorschulkinder und die ersten und zweiten Klassen vorübergehend in der Schule Schwarzenberg unterzubringen, und schon mal einen Teil der Grundschule abzureißen. Langfristig sollen alle Schüler der "Kersche" in das ehemalige Lessinggymnasium umziehen.
Das geht allerdings erst, wenn die jetzigen Lessing-Schüler zum Hahnhoopsfeld umziehen und das Lessinggymnasium saniert wird. „Man weiß ja in Hamburg, wie das mit Fristen funktioniert", schimpft Mehmet Shahin. „Das kann erstens Jahre dauern und zweitens weiß man ja gar nicht, ob der Senat so bleibt und ob eine neue Regierung nicht vielleicht alles wieder ändert. Für unsere Kinder bedeutet das: sie müssen zwei Mal umziehen."

Demo vor
der Schulbehörde


Damit nicht genug: Die dritten und vierten Klassen würden ihre Pausen auf einer Baustelle verbringen. Größtes Problem für die Eltern ist allerdings der Standort Schwarzenbergstraße. „Es gibt keine Ampel und keinen Zebrastreifen, um die Straße zu überqueren", zählt der Elternratsvertreter auf. „Die Kinder, die dort jetzt zur Schule gehen, sind wesentlich älter und teilweise polizeibekannt. Direkt nebenan steht das Abrigado, wo die Harburger Fixer ihre Drogen bekommen. Das ist doch keine Umgebung für die Kleinsten!"
Am liebsten wäre den Eltern der "Kersche", wenn ihre Kinder sofort in das ehemalige Lessinggymnasium umziehen würden. „Vielleicht gibt es ja auch noch eine andere Lösung", hofft Mehrmet Shahin. „Bis dahin gehen wir jetzt erst mal alle zusammen in die Bezirksversammlung und machen eine Demo vor der Schulbehörde."

Was sagt die
Schulbehörde?

„Zwischenzeitlich wurde erwogen, die gesamte Grundschule Kerschensteiner Straße oder große Teile der Goethe-Schule Harburg in mobile Klassenräume auszulagern. Die Suche nach geeigneten Flächen für Container blieb jedoch ohne Erfolg und auch eine Gesamtauslagerung ließ sich nicht realisieren."
„Die Zumutbarkeit für alle vier betroffenen Schulen wurde abgewogen. Wegen der Verzahnung der Baumaßnahmen war keine andere Lösung möglich."
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