Wo ist das Geld geblieben?

Sozialbehörde stellte für Unterstützung der
freiwilligen Flüchtlingshelfer 100.000 Euro bereit

Von Andreas Göhring.
1,4 Millionen Euro hatte die Sozialbehörde schon vor
Monaten locker gemacht, um die vielen freiwilligen Helfer rund um Erstaufnahmen und Folgeeinrichtungen für Flüchtlinge zu unterstützen. Rund 100.000 Euro sollten davon in Harburg ankommen. Doch nach einer Anfrage der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karin Prien kam heraus: Bis zum 18. März war das Geld noch nicht abgefordert worden.
Was ist da schief gelaufen? Die Nachfrage beim Bezirksamt hat ergeben, dass in Harburg die Lawaetz-Stiftung für die Verteilung des Geldes sorgen soll. Und wer unterstützt wird, entscheidet ein Begleitausschuss der Harburger Sicherheitskonferenz unter Vorsitz von Bezirksamtsleiter Thomas Völsch.
Tatsächlich sind schon im vergangenen Jahr 34 Hilfsmaßnahmen mit einer Summe von insgesamt 47.292,57 Euro unterstützt worden. Bis zum 20.April dieses Jahres seien weitere 26.255,00 Euro für zehn Projekte bewilligt worden.

Lawaetz-Stiftung kümmert sich um Verwaltung

Das taucht in der Antwort des Senats an Karin Prien aber nicht auf. „Das Geld ist in der Sozialbehörde nicht abgerufen worden, weil die Lawaetz-Stiftung erst einmal in Vorleistung gegangen ist“, sagt Bettina Maak, Sprecherin des Bezirksamts.
Trotzdem bleibt nach Lektüre der Senatsantwort ein Unbehagen: Von den rund 100.000 Euro für Harburger Unterstützer zwackt die Lawaetz-Stiftung 9.758,73 Euro für die Verwaltung ab.
Mit anderen Worten: Zehn Prozent des Geldes kommt gar nicht bei den Helfern an. Bettina Maak: „Diese zehn Prozent sind eine Vorgabe der Behörde.“
Dafür übernehme die Lawaetz-Stiftung unter anderem auch die komplette Buchhaltung für die geförderten Projekte, so dass sich die Helfer auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können.
Und welche Projekte werden denn nun unterstützt? Zum Beispiel die Kochgruppe „TUHH integrativ“, die mit Flüchtlingen vom Schwarzenberg kocht (3.600 Euro), die „offene Kulturwerkstatt“ des Elbdeich e.V. in Moorburg (2.440 Euro), die Wanderungen von „Walking tours“ mit Flüchtlingen durch Hamburg (119,60 Euro), die Karnevalsparty der Initiative „Willkommen in Süderelbe“ in der Erst-aufnahme Geutensweg (200 Euro) oder der Transport einer Klavierspende (153 Euro).
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