Wo bleibt die blühende Einkaufslandschaft?

Viel los in der Lüneburger Straße und doch sind die Geschäftsleute nicht zufrieden. Foto: bid

Lüneburger Straße: Streit zwischen
Grundeigentümern und der Verwaltung

Von Andreas Göhring.
Täglich mehr als 20.000 Menschen in der Fußgängerzone, dazu rund 1,2 Millionen Euro von den Grundeigentümern in der Lüneburger Straße: Eigentlich müsste das doch reichen, um aus der „Lü“ zwischen Phoenix-Center und Karstadt eine blühende Einkaufslandschaft zu machen. Offenbar hat das aber nicht geklappt. Dafür werden jetzt Schuldige gesucht.
Für die Grundeigentümer steht fest: Das Bezirksamt steht nicht voll hinter ihnen, tut zu wenig. Das Business Improvement District (BID), einst als Allheilmittel für notleidende Einkaufsstraßen gepriesen, hat bisher nur kosmetische Verbesserungen geschafft. Der große Sprung nach vorn blieb indes aus. Kurz bevor darüber entschieden werden soll, ob es für das BID eine weitere Verlängerung um drei Jahre gibt, murren die Geschäftsleute. Sie wollen dem BID III nur zustimmen und es auch finanzieren, wenn das Bezirksamt – sprich: die Steuerzahler – ordentlich in die Tasche greift.

Völsch: „Kritik nicht
nachvollziehbar“

In einem Brandbrief an Bezirksamtsleiter Thomas Völsch fordern die Eigentümer ultimativ drei kostspielige Maßnahmen. Nur mit neuem Straßenpflaster, einem attraktiven Beleuchtungskonzept und dem Verzicht auf drei Bäume könnte es in der „Lü“ wieder aufwärts gehen. Zumindest die Forderung nach einer Fällgenehmigung irritiert ein wenig, denn der Umweltausschuss hatte dies abgelehnt. Wie auch immer, die Geschäftsleute drohen jetzt: Wenn diese Maßnahmen nicht beschlossen werden, wird es 2016 keine Mehrheit für die Verlängerung des BID geben.
Inzwischen hat Völsch auf den Brandbrief reagiert. Zunächst weist er darauf hin, dass die Stadt das Instrument „BID“ geschaffen hat, um den Grundeigentümern „eine Rechtsgrundlage zur Selbsthilfe“ zu geben und sie in die Lage versetzen, ihre Straße selbst zu gestalten. Trotzdem habe die Stadt viel Geld in die Hand genommen, um die Fußgängerzone attraktiver zu machen – zum Beispiel jährlich 50.000 Euro für das Citymanagement, jährlich 15.000 Euro für Toros Galerie-Café, 818.700 Euro für den Umbau des „Schmuddel-Tunnels“ oder 200.000 Euro für ein professionelles Vermietungsmanagement in der Fußgängerzone. Völsch: „Angesichts dieser Vorleistungen der Stadt ist die Kritik nicht nachvollziehbar.“
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