"Wir rechnen noch"

Ein Trümmerhaufen aus Steinen, verbranntem Holz, geschmolzenen Stahlträgern und alten Fässern ist übrig von der Lagerhalle in der Nartenstraße. Foto: sl

Auch elf Wochen nach dem Großfeuer im Binnenhafen steht die Höhe des Schadens nicht fest

Am 2. Januar wütete in einer Lagerhalle in der Nartenstraße ein Feuer, das kilometerweit zu sehen war. Tagelang kämpfte ein Großaufgebot der Feuerwehr gegen die Flammen an. Menschen wurden bei dem Großbrand nicht verletzt. Aber der Sachschaden lässt sich auch elf Wochen später immer noch nicht beziffern.
Die Aufräumarbeiten haben begonnen. Siele wurden gereinigt, Gehwegplatten auf den Bürgersteigen weitgehend neu verlegt. Die Angst, dass die Umwelt irreparablen Schaden genommen hat, hat sich inzwischen aufgelöst.
Trotzdem ist das Feuer noch allgegenwärtig. Hier liegt eine Palette mit unbrauchbaren Feuerwehrschläuchen, dort flattern ehemals weiße, jetzt rußig-graue Fahnen im Wind. Beim Bad- und Sanitärgroßhandel Stitz liegen noch Fließmatten auf dem Parkplatz vor dem Haus, der mit einer schmierig-schwarzen Schicht aus geschmolzenem Kautschuk bedeckt ist.
Hier ist noch viel zu tun. Die meiste Arbeit wird in den nächsten Monaten auf die Versicherung des Lagerhallenbetreibers zukommen. Genaue Zahlen gibt es noch nicht, aber allein die Stadt geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus. „Wir sammeln im Moment noch all die Rechnungen für die Straßensanierungsarbeiten und all die anderen Arbeiten“, sagt Petra Schulz, Pressesprecherin des Harburger Bezirksamtes.
Hinzu kommen die Kosten der Feuerwehr, die Teile ihrer Ausrüstung nach dem Feuer wegwerfen konnte. Der Schmierfilm ließ sich von den Schläuchen und Anzügen nicht mehr entfernen oder musste von einer Spezialfirma aufwändig gereinigt werden. Auch der direkte Nachbar, der Handelshof, rechnet noch. „Die Straße war gesperrt. Unsere Nachbarn haben uns zwar freundlicherweise ihren Hof als Zufahrt zur Verfügung gestellt, aber trotzdem hatten wir gut drei Wochen große Umsatzeinbußen,“ sagt Betriebsleiterin Silke Lange.
Auch die Schiffswerft Jöhnk musste heftig improvisieren. Da die Schleuse geschlossen werden musste, stauten sich hier die die Schiffe. „Der Wind kam Gott sei Dank aus der anderen Richtung, sodass wir von dem Schmierfilm nicht betroffen waren“, sagt eine Mitarbeiterin, „aber unsere Schiffe konnten tagelang weder raus noch rein. Das kostet natürlich auch Geld.“
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