"Wir brauchen das Geld beide"

Im Mai 2013 soll das Hospiz am Blättnerring eröffnet werden. Foto: DRK (Foto: Deutsches Rotes Kreuz)

Hospiz in Langenbek: DRK benötigt Spenden für den Bau,
der Hospizverein für die Ausbildung der Sterbebegleiter

SABINE LANGNER, HARBURG
Am 20. September werden Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Ole von Beust und Bezirksamtsleiter Thomas Völsch zusammen mit DRK-Geschäftsführer Harald Krüger den ersten Spatenstich für das Harburger Hospiz am Blättnerring vornehmen. Es gibt zwar noch keine endgültige Baugenehmigung, weil immer noch einige Nachbarn Einwände haben, „aber die Einwände können das Projekt nur noch verzögern, nicht mehr verhindern“, sagt Harald Krüger. Wenn das Wetter mitspielt, wird das Haus im Mai 2013 eröffnet.
Drei Millionen Euro kostet das Hospiz, in dem jeweils zwölf Menschen ihre letzte Lebensphase verbringen können. Gute zwei Millionen Euro hat das DRK mit Hilfe von Spenden und Eigenmitteln schon zusammen. Über die noch fehlenden 900.000 Euro will das DRK ein Darlehen aufnehmen, hofft aber auf weitere Spenden.
Vor gut 15 Jahren entstand die Idee, in Harburg ein stationäres Hospiz zu bauen. Es wurden ein Verein und später auch eine Bürgerstiftung gegründet. Unermüdlich sammelten die Akteure Geld. Gleichzeitig wurden ehrenamtliche Helfer zu Sterbebegleitern ausgebildet, die zu sterbenden Menschen nach Hause gehen und hier Trost und Beistand anbieten. Die Ausbildung zum Sterbebegleiter ist teuer, die Fluktuation hoch, weil nur wenige Menschen es lange aushalten, sich in diesem Bereich zu engagieren.
Jetzt hat sich das DRK entschieden, das Hospiz zu bauen. Zukünftig soll der Hospizverein ein Büro in dem Haus am Blättnerring beziehen und von hier aus die ambulante Sterbebegleitung weiter koordinieren. Aber der Verein braucht auch weiterhin Geld für die ambulante Betreuung. Das DRK braucht allerdings ebenfalls Geld. Momentan noch, um das Hospiz zu bauen. Später, um die Arbeit zu finanzieren. „Nur in Bayern werden Hospize staatlich gefördert“, erklärt Harald Krüger. „In allen anderen Bundesländern bekommt man über die Pflegekassen nur 85 Prozent der Kosten ersetzt. Der Rest muss über Spenden kommen.“
Für Spender erschließt sich nicht sofort, dass man das Geld entweder dem Hospizverein oder dem Hospiz gibt. Und so wachen alle Beteiligten eifersüchtig darüber, wer von wem Spenden erhält. „Wir brauchen das Geld beide“, so Krüger.
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