Windige Methoden beim Kampf um Stromkunden

Nicht jedem, der an der Wohnungstür „berät“ steht die Lüge ins Gesicht geschrieben. Foto: Gerd Altmann / pixelio.de

Falsche Vattenfall-Vertreter in Harburg unterwegs

Von Jan Paulo.
Ihr Haus wird auf Ökostrom umgestellt, darf ich bitte ihre Stromrechnung sehen?", begann der freundliche Herr an der Wohnungstür von Sabine Heidenfeld (Name geändert) in einem großen Wohnhaus in der Harburger Innenstadt. Schließlich bat er um eine Unterschrift. Andernfalls müsse man den neuen „Zuschlag für den Atomausstieg“ bezahlen.
Die Harburgerin unterschrieb nicht. „Ich hielt ihn für einen Mitarbeiter von Vattenfall, wunderte mich aber, dass er weder meine Zählernummer noch die bisherige Monatspauschale kannte“, erzählt die Vattenfall-Kundin. „Und warum bekommen ich keinen Anruf oder Brief?“
Die Antwort: Der Mann war nicht für Vattenfall unterwegs. Nach eigenen Angaben schickt das Energie-Unternehmen gar keine Vertreter an die Haustüren der eigenen Kunden in Hamburg. Auch einen „Zuschlag für den Atomausstieg“ gibt es nicht. „Unsere beiden Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel liefern doch schon jetzt keinen Strom mehr“, erklärt Vattenfall-Sprecher Alexander Hauk.
Offenbar arbeitete der Vertreter für die Konkurrenz, Lekker Energie, denn Sabine Heidenfeld konnte auf dem Dokument, das sie unterschreiben sollte, den Schriftzug „Lekker Strom“ erkennen. Unternehmenssprecherin Heike Klumpe ist bestürzt: „Genau um so etwas zu vermeiden, schulen wir auch die Vertriebsmitarbeiter unserer Partner selbst“. Dass es dennoch einige „schwarze Schafe“ unterwegs sind, möchte sie nicht ausschließen. Jedoch verspricht Klumpe, der Angelegenheit umgehend nachzugehen. „Gegebenenfalls müssen wir uns von einzelnen Partnern trennen“.
Tatsächlich ist Lekker Energie laut Verbraucherzentrale Hamburg bisher nicht durch solche windigen Drücker-Methoden aufgefallen. „Generell gilt: keine Unterschrift an der Wohnungstür!“, warnt Rechtsanwalt Jan Bornemann, der Strom-Kunden für die Verbraucherzentrale berät. „Vor einem Wechsel des Energieanbieters sollte man sich lieber genau auf dem Vergleichsportal im Internet informieren oder telefonisch bei uns informieren“, empfiehlt der Experte.
Unter Telefon 24 83 20 kann man dich bei der Verbraucherzentrale Hamburg auch über günstige Stromanbieter beraten lassen.
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2 Kommentare
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Henrik Friske aus Heimfeld | 21.06.2012 | 20:03  
68
Volker Krutzke aus Harburg | 23.06.2012 | 13:46  
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