Wilde Müllablagerungen

Illegale Müllablagerungen in der Kuhtrift. Foto: mag

In Harburg gibt es drei „Verschmutzungsschwerpunkte“,
an denen illegal Müll entsorgt wird: Teile der Haake,
die Hörstener Straße und Brammerhäger Damm/Baggersee

Von Bernhard Bruno.
Das Landschaftsschutzgebiet zwischen Brammerhäger Damm und Neuländer See, die Hörstener Straße und auch Teile der Haake sind besonders beliebte illegale Mülldeponien. Die „Kunden“ kommen nicht nur aus Harburg, gelegentlich stammen Kühlschränke, Möbel, Reifen oder Küchenabfälle auch aus Wilhelmsburg und dem niedersächsischen Umland.
Umweltbehörde und Stadtreinigung haben jetzt in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion in der Bezirksversammlung Harburg bestätigt, dass die drei genannten Stellen „Verschmutzungsschwerpunkte“ im Bezirk Harburg sind. Allein im vergangenen Jahr wurden aus diesem Bereich 80 Meldungen über illegale Müllentsorgungen regis-triert.
Stadtreinigung: Illegale
Müllentsorgung nimmt ab

Insgesamt sind 2014 bis November rund 1309 Tonnen wilde Müllablagerungen erfasst worden. Ihre Beseitigung hat die Stadt gut 3,8 Millionen Euro gekostet. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber 2013, als im ganzen Jahr noch 1.228 Tonnen Müll für 3,5 Millionen Euro entsorgt wurden. Das sind allerdings Zahlen für ganz Hamburg, für den Bezirk Harburg sind sie nicht gesondert ausgewiesen worden.
Gleichwohl behaupten Behörde und Stadtreinigung: „Die Anzahl der wilden Müllablagerungen im öffentlichen Raum in Harburg ist rückläufig.“ Habe es 2012 noch 374 Fälle gegeben, seien es 2014 nur noch 294 gewesen. „Man könnte hier durchaus spekulieren, dass dies auch mit dem Verkauf öffentlicher Grundstücke zu tun haben könnte“, sagt AfD-Fraktionschef Ulf Bischoff. Tatsächlich sind seit 2012 rund 46 Hektar der Haake an ein privates Unternehmen aus Dinkelsbühl in Bayern verkauft worden. Und in der Haake, im Bereich Kuhtrift, haben sich die Umweltsauereien extrem gehäuft. Das interessiert die Behörden nicht: „Müllablagerungen auf privatem Gelände dürfen wir gar nicht entfernen – außer bei Gefahr- und Problemstoffen zur Gefahrenabwehr.“ Das könnte an der Kuhtrift durchaus zutreffen: Es handelt sich um ein Wasserschutzgebiet.
Das Risiko für die Übeltäter ist in Hamburg offenbar nicht besonders groß. Seit 2010 sind zwar insgesamt 3.663 „Verursacher“ ermittelt worden, aber nur in 277 Fällen gab es Ordnungswidrigkeitsanzeigen.
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