Wilde Gerüchte um Islam-Center am Krummholzberg

Neu im islamischen Mumin-Shop: Sagt Sprüche auf Englisch oder Arabisch auf – je nach dem, auf welchen Fuß man drückt. Foto: mag/mumin-shop

Fragen und Antworten zum Projekt von Noura A.

Von Bernhard Bruno.
Selten hat ein neues Geschäft schon vor seiner Eröffnung für so viel Aufmerksamkeit gesorgt: Über das geplante Islam-Center am Krummholzberg wird inzwischen bundesweit berichtet. Die Betreiberinnen hüllen sich allerdings nach wie vor in Schweigen, wohl auch deshalb kursieren die wildesten Gerüchte. So wird immer wieder behauptet, Nicht-Muslime hätten in dem Center nichts zu suchen. Viele Fragen sind offen, die wichtigsten werden hier beantwortet:
1. Dürfen die Betreiberinnen so ein Islam-Center überhaupt öffnen? „Rechtlich können wir dagegen nichts machen“, sagt Bezirksamtsleiter Thomas Völsch. Bisher hatte Noura A. lediglich einen Online-Shop für muslimische Kleidung. Inzwischen hat sie einen Antrag auf Änderung ihres Gewerbescheins gestellt. Bezirksamts-Sprecherin Beatrice Göhring: „Der ist auch genehmigt worden.“ Neben diesem Shop soll es in dem Center weitere Geschäfte und auch einen Imbiss geben. Dafür werden noch Interessenten gesucht, diese sollten „gerne“ Muslime sein.
2. Wird man als Nicht-Muslim daran gehindert werden, in dem Center zu kaufen? Leider antworten die Betreiberinnen nicht auf Presseanfragen. Dafür haben sie auf eine entsprechende Frage im sozialen Netzwerk Facebook reagiert: „Niemand hat gesagt, dass Nicht-Muslime unerwünscht sind.“
3. Wem gehört das Gebäude am Krummholzberg eigentlich? Es gehört einem Harburger Häuser- und Immobilienmakler. Bisher gab es in dem Gebäude ein Tanzlokal mit Barbetrieb. Ob eine Nutzung für den Einzelhandel erlaubt ist, muss noch geklärt werden.
4. Was will der „Mumin-Shop“ im Islam-Center verkaufen? Hauptsächlich soll Kleidung für Muslime angeboten werden – zum Beispiel Schleier für die Frauen, aber auch „religiöses Zubehör“ wie Henna-Kerzen. Sie werden bei „Hochzeiten, Aqqiqa (Schlachtung eines Opfertiers bei Geburt eines Kindes, d.Red.), Beschneidungen oder Verlobungen“ verwendet. Oder ein sprechender Teddybär, der acht islamische Sprüche auf Arabisch oder Englisch aufsagen kann.
5. Wann wird das Islam-Center eröffnet? Ein Termin steht noch nicht fest. Jedenfalls ist er noch nicht öffentlich bekannt gegeben worden.
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3 Kommentare
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Mandy Harburg aus Harburg | 23.01.2012 | 16:28  
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Die Wahrheit aus Harburg-City | 24.01.2012 | 16:08  
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Sandra Wolter aus St. Pauli | 01.02.2012 | 18:39  
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