Wiener Würstchen mit Rasierklinge

Lilo Schoppe (l.) ist froh, dass ihre „Sunny“ den präparierten Köder nicht gefressen hat. Sie und ihre Nachbarin Gitta Skaarup (r.) möchten andere Hundebesitzer warnen. Foto: mag

Harburger Stadtpark: Hundehasser legt gefährlichen Köder aus

Von Marion Göhring.
Der Schreck sitzt tief bei Lilo Schoppe, auch noch zwei Tage nach dem grausigen Fund: ein Stück Wiener Würstchen präpariert mit Stücken einer Rasierklinge. „Ich konnte meinen Hund gerade noch davon abhalten, das zu fressen“, sagt Schoppe. „Sonst wäre meine Sunny jetzt vielleicht schon tot.“
Ausgelegt war dieser hinterhältige Köder am Rand des Harburger Stadtparks, direkt am Eingang des Kleingartengeländes am Nymphenweg. Schoppe und ihre Nachbarin Gitta Skaarup sammelten den Köder ein und erstatten Anzeige bei der Polizei. Die hat auch die Ermittlungen aufgenommen, wie Karina Sardowsky, die Pressesprecherin der Polizei, bestätigte. „Wir nehmen so etwas sehr ernst“, so Sardowsky.
Doch die Wahrscheinlichkeit, den Täter tatsächlich zu ermitteln, sind gering. Das wissen auch die beiden Hundebesitzerinnen. „Deshalb ist es uns auch so wichtig, andere Hundebesitzer zu warnen“, sagt Skaarup. „Mir ist soviel Grausamkeit einfach unbegreiflich. Denn wenn ein Hund, der so einen Köder frisst, stirbt einen langsamen und qualvollen Tod.“
Deshalb haben die beiden Damen es auch nicht bei der Anzeige belassen. Sie wurden sofort aktiv und verteilten Handzettel mit Warnhinweisen im ganzen Stadtpark. Schoppe und Skaarup wünschen sich, dass auch andere Stadtparkbesucher aufmerksam sind und die Polizei informieren. „Denn es betrifft ja nicht nur Hunde“, sagt Skaarup, die im Tierschutz aktiv ist. „Auch wild lebende Tier könnten so etwas fressen und verenden dann elend.“
Dass die Grausamkeit solcher Köder nicht nur Tiere trifft, wird deutlich, wenn Schoppe erzählt, wie wichtig ihr Mischlingshündin Sunny in ihrem Leben ist. „Sie ist zur Zeit mein einziger Trost“, sagt sie. „Denn mein Mann ist erst vor kurzem gestorben. Hätte Sunny diesen Köder gefressen, wäre ich jetzt ganz allein.“
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