„Wie die Eiger-Nordwand“

Die Nachbarn vom Großen Dahlen sind empört, dass in ihrer Einfamilienhaus-Siedlung ein Sechsfamilienhaus mit rund 600 Quadratmeter Wohnfläche entstehen soll. Foto: pr

Siedlung Am Großen Dahlen: Nachbarschaftsstreit
über geplantes Mehrfamilienhaus

Von Sabine Langner.

Die Nerven in der idyllischen Einfamilienhaus-Siedlung am Großen Dahlen liegen blank. Dort, wo jetzt noch ein kleines Häuschen mit 60 Quadratmeter Wohnfläche in einem 1.600 Quadratmeter großen Garten steht, soll in wenigen Monaten mit dem Bau eines Sechs-
Familienhauses begonnen werden. „Das werden vier Geschosse! Hier gilt der Bebauungsplan W10, also eingeschossiges Wohnen. Der geplante Neubau sieht aus, wie die Eiger-Nordwand“, schimpft der direkte Nachbar Andreas Redlin.
„Wir haben angesichts eines solchen Bauvorhabens Angst um den Wert unserer Grundstücke“, sagt auch Nachbar Kai-Uwe Max. „Der Riesenbau wird die Nachbargrundstücke verschatten. Die Bewohner der oberen Wohnungen in dem Neubau werden ungehindert in unsere Grundstücke blicken können. Da hilft dann auch kein höherer Zaun.“ Außerdem seien zu dem Neubau auch sechs Parkplätze geplant. Da das neue Haus auf einem so genannten Pfeifenstiel-Grundstück in zweiter Reihe liegt, befürchten die Nachbarn eine massive Lärmbelästigung durch rangierende Fahrzeuge.
Bis jetzt ist die Baugenehmigung noch nicht erteilt, aber Bauträger Jürgen Behrens, Chef der Harburger Baufirma Neues Bauen Behrens, ist ganz opti-mistisch. „Ich will keinen Streit mit den Nachbarn und ich bin auch bereit zu Kompromissen, aber ich halte mich an geltende Gesetze bei der Planung, und daher habe ich doch wohl das Recht, hier zu bauen“, wundert er sich über die Aufregung.
Die Crux liegt in der Höhe des Baus. Laut Bezirksamt ist das „Gebäude ein Wohngebäude mit einem Vollgeschoss; Dach und der Keller sind keine Vollgeschoss. Ein Vollgeschoss ist in seiner Höhe erst einmal nicht beschränkt. Eine Höhenbegrenzung sieht der Baustufenplan nicht vor“, erläutert Bezirksamtssprecherin Bettina Maak. Und genau das macht sich Jürgen Behrens zu Nutze. Sobald eine Etage angeschrägte Wände hat, ist es kein Vollgeschoss mehr, sondern gilt schon als Dach.
Die Nachbarn vom Großen Dahlen haben sich mittlerweile zusammengetan und wollen den Neubau mit allen Mitteln verhindern.
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