Widersprüche stören nur

Zwischen der alten Fischhalle (rechts im Bild) und dem Bürogebäude der Paletten-Service Hamburg AG (im Hintergrund) soll ein Bürogebäude mit zwei Geschossen mehr als ursprünglich geplant entstehen. Foto: rw

Einspruch eines Nachbarn gegen höhere Bebauung an
der Ecke Kanalplatz/Blohmstraße vom Bezirk abgelehnt

Von Rachel Wahba.
Ingo Mönke ist sauer. Im Rahmen eines Bauvorbescheidverfahrens wurde der Vorstandsvorsitzende der Paletten-Service Hamburg AG an der Blohmstraße als Nachbar von der Bauaufsichtsbehörde befragt. Es geht um den Neubau eines Bürohauses neben der alten Fischhalle auf der Fläche an der Ecke Kanalplatz/Blohmstraße – direkt vor Mönkes Firmensitz. Die ursprünglichen Pläne sahen eine Gebäudehöhe von 22 Metern vor. Jetzt soll das Gebäude um zwei Geschosse - auf 33 Meter - erhöht werden. Dagegen legte Mönke Widerspruch ein. Ihm werde damit zum einen die Sicht auf den Hafen verbaut.

Bezirksamt begrüßt
Pfeifers Pläne


Zum anderen fühle er sich durch die Beschattung beeinträchtigt. Die Bauprüfabteilung bügelte den Widerspruch ab. Man habe ihn aus dem Rathaus wissen lassen, so Mönke, dass die zusätzlichen Geschosse keinerlei Beeinträchtigung für ihn bedeuteten.
Und nicht nur das: Er solle auch noch 75 Euro Gebühren für den abgelehnten Widerspruch bezahlen, sagt er. „Dieses ganze Verfahren ist völlig irrsinnig gelaufen. Ich kann jetzt die Unternehmer in Harburg verstehen, die stinkig auf die Verwaltung sind“, so Ingo Mönke. Er frage sich, warum er befragt werde, wenn das Ergebnis sowieso schon fest steht.
Zum Hintergrund: Der Journalist und Musiker Werner Pfeifer will die marode Fischhalle am Kanalplatz von der Stadt für einen symbolischen Kaufpreis erwerben, sanieren und zu einem maritimen Kulturzentrum ausbauen. Die Bezirksversammlung begrüßte Pfeifers Pläne. Ursprünglich sollte die Halle abgerissen und das ganze städtische Grundstück mit einem Bürogebäude bebaut werden. Weil die Fischhalle nun doch stehen bleibt, schrumpft die bebaubare Fläche auf 6.000 Quadratmeter. Verwaltet wird die Fläche vom Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundstücksvermögen (LIG). Der LIG verlangte vom Bezirk als Gegen-leistung die Erhöhung der Geschosszahl für das Bürogebäude. Das erhöht den Verkaufswert des Grundstücks. Der Bezirk willigte ein.

Mehrere
Ablehnungen

Um die Angelegenheit in trockene Tücher zu packen, soll der Bezirk im Zuge eines Vorbescheidverfahrens die Erhöhung genehmigen. Ein positiver Bauvorbescheid wäre bindend.
Wenn ein Investor dann bauen will, müsste das Bauamt die Genehmigung erteilen. Und da stören Widersprüche. Laut Mönke sei er nicht der einzige Nachbar gewesen, dessen Widerspruch abgelehnt worden sei.
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1 Kommentar
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Wolfgang Grehn aus Harburg | 03.05.2015 | 22:46  
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