Wer wird Chef der Harburger Sozis?

Frank Richter möchte SPD-Kreisvorsitzender bleiben. Foto: pr

Zwei Kandidaten stehen zur Wahl:
Amtsinhaber Frank Richter und Herausforderer Matthias Czech

Viele Ehrenämtler haben’s nicht leicht. Der Job bringt kein Geld, kaum Anerkennung, aber jede Menge Ärger. Wer möchte schon HSV-Aufsichtsrat sein? Doch auch ein Vorsitzender der Harburger SPD benötigt eine Portion Leidensfähigkeit. Seine Sozis gelten seit Jahren als Großmeister im innerparteilichen Hauen und Stechen. In fünf Wochen stehen wieder Vorstandswahlen an. Amtsinhaber Frank Richter will weitermachen, doch mit Matthias Czech hat ein Gegenkandidat seinen Hut in den Ring geworfen. Die Entscheidung fällt auf der Kreisdelegiertenversammlung, eine direkte Wahl durch die 885 Mitglieder ist nicht vorgesehen.
Seit 2004 steht Frank Richter an der Spitze der Harburger SPD. Er hatte Joachim Meissner denkbar knapp aus dem Amt gekegelt. Jetzt droht Richter selbst das politische Zwangsaus. Seine Widersacher um Torsten Fuß und den umtriebigen Ex-Bezirksamtsleiter und Ex-Kreisvorsitzenden Michael Ulrich haben längst ihre Strippen gezogen.
So scheiterte Richter beim Versuch, als Nachfolger von Hans-Ulrich Klose Harburger Bundestagskandidat zu werden, an Metin Hakverdi. Bei der Aufstellung der Kandidaten für die Bezirkswahlen im Mai mussten prominente Vertreter des
Richter-Lagers Schlappen
einstecken.
Mit dem Eißendorfer Bürgerschaftsabgeordneten Matthias Czech peilt jetzt ein dem Fuß/Ulrich-Lager genehmer Kandidat den Kreisvorsitz an. „Ich bin keinem Lager zuzuordnen“, verkündet Czech, „meine Stärke besteht in der Kommunikation untereinander. Ich greife gern zum Telefon und löse Probleme auf dem kurzen Dienstweg und schreibe keine seitenlangen E-Mails.“
Der amtierende Kreisvorsitzende Frank Richter will die Flinte nicht freiwillig ins Korn werfen: „Die Zustimmung zur Hamburger und Harburger Politik und damit zur Politik der SPD war lange nicht mehr so hoch wie in der letzten Zeit. Jetzt geht es darum, diese Position durch verantwortungsvolle und nachhaltige inhaltliche Arbeit zu festigen und auszubauen. Hierin sehe ich auch für die Zukunft meine Aufgabe.“ Ob seine Parteifreunde diese Einschätzung teilen?
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