Wer war die Spaßbremse?

Es ist nicht erlaubt, wird aber geduldet: das Anbringen von Liebesschlössern an Brücken. Foto: panthermedia/sarnade

Alle Liebesschlösser von der Alten Harburger Elbbrücke
verschwunden - niemand will es gewesen sein

Mit an Brückengeländern befestigten Liebesschlössern möchten Paare aus aller Welt ihre ewige Liebe symbolisch besiegeln. Der Brauch, dessen Herkunft ungeklärt ist, hat längst auch Harburg und Wilhelmsburg erobert, wie an
der Alten Harburger Elbbrücke zu sehen war. Doch offenbar
gibt’s im Hamburger Süden Spielverderber, die mit ewiger Liebe nichts am Hut haben.
„Im Februar habe ich zusammen mit meinem Mann ein Liebesschloss am Geländer des Aufgangs zur Alten Harburger Elbbrücke angebracht“, berichtet Sonja Rehmer. „Das Schloss hatte ich gravieren lassen und ihm zum Valentinstag geschenkt. Leider mussten wir jetzt feststellen, dass alle Schlösser, die an der Brücke angebracht waren, entfernt worden sind. Es waren wirklich nicht viele, da die Form des Geländers nicht unbedingt dazu einlädt. Wir finden diese Maßnahme traurig. Warum wurde dieses Großreinemachen dort durchgeführt?“

„Hier weiß niemand
etwas davon“

Nachfrage bei der Wirtschaftsbehörde, die für den Landesbetrieb „Straßen, Brücken, Gewässer“ (LSBG) zuständig ist: Mussten die Liebesschlösser weichen, weil sie die Sicherheit der Brücke gefährdeten? „Nein, wir waren es nicht. Wir dulden Schlösser an unseren Brücken, weil sie grundsätzlich keinen Schaden anrichten. Sobald am Geländer gearbeitet werden muss, müssen die Schlösser allerdings weichen. Vielleicht war im aktuellen Fall der Bezirk tätig…“, antwortet Behörden-Sprecherin Helma Krstanoski.
Die Harburger Verwaltung möchte sich den Schwarzen Peter nicht zuschieben lassen. „Wir haben nichts gemacht, hier weiß niemand etwas davon“, stellt Sprecherin Bettina Maak klar, „wir sind doch keine Spaßbremsen.“
Wer war es dann? Vielleicht jemand, bei dem die ewige Liebe abrupt geendet hat.
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1 Kommentar
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Sonja Rehmer aus Wilhelmsburg | 20.05.2015 | 20:04  
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