Wer hat das Messer mitgebracht?

Tatort Spielplatz Winsener Straße: Was die Zeuginnen trotz hoher Hecken wirklich gesehen haben können, soll eine Ortsbegehung klären. Foto:ast

Amtsgericht Harburg: Messerstecherei auf Spielplatz an der Winsener Straße

Vor dem Amtsgericht Harburg geht es um die Messerstecherei vom Spielplatz Winsener Straße
ANDREA STEIN, HARBURG. Es gab Zeiten, da waren die beiden jungen Frauen die besten Freundinnen, da war die eine sogar dabei, als die Freundin einen Schwangerschaftstest machte. Doch dann gab es Eifersüchteleien und Streit, der schließlich am 21. Juni vergangenen Jahres auf einem Spielplatz an der Winsener Straße eskalierte. Dabei stach Jennifer B. (19) der 18-jährigen Lara A. in den Rücken und fügte ihr eine fünf Zentimeter tiefe Wunde zu. Zu diesem Zeitpunkt war Lara A. im sechsten Monat schwanger.
Das Baby ist mittlerweile gesund geboren, die Schnittwunde ohne Komplikationen verheilt. Jetzt sitzen sich die beiden Frauen im Gerichtssaal des Harburger Jugendgerichts gegenüber. Sie würdigen sich keines Blickes und bleiben beide erstaunlich ruhig. Dabei erzählt jede ihre Geschichte, die sich in einem wesentlichen Punkt unterscheidet: Wer hat das Messer mit auf den Spielplatz gebracht?
Aber von vorne: „Jennifer hat einem Bekannten meines Vaters von meiner Schwangerschaft erzählt“, erklärt Lara den Streit zwischen den beiden. Das gab natürlich Ärger zu Hause. „Ich hätte es meinen Eltern gerne selbst gesagt.“
Am Nachmittag des 21. Juni begegneten sich die beiden jungen Frauen dann auf dem Spielplatz an der Winsener Straße. Dabei sei Lara mit einem Messer in der Hand auf sie zugekommen, behauptet Jennifer B. Man habe sich angeschrieen und geschubst, sie habe dann der Ex-Freundin das Messer entreißen können und schließlich in deren Rücken gestochen. Gestützt wird diese Aussage durch die Schilderungen ihrer Schwester Jaqueline B., die am Tattag ebenfalls dabei war.
Lara A. hingegen behauptet, dass Jennifer ein Messer aus ihrer Handtasche geholt habe und sie damit erst am Hals gestreift und schließlich zugestochen habe. Eine weitere Zeugin, eine Freundin von Lara, will das genauso gesehen haben.
Was man wirklich gesehen haben kann, auf dem besagten Spielplatz, will das Gericht in einer Ortsbegehung klären. Schließlich, so wurde während der Zeugenvernehmungen deutlich, sei der freie Blick auf eine Bank wegen der Hecken stellenweise gar nicht möglich gewesen. Und auf dieser Bank soll Jennifers Handtasche gelegen haben. Die Verhandlung wird am 7. Dezember fortgesetzt.
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