Weniger Flüchtlinge nach Bostelbek

Im Jahr 2013 mussten in Hamburg 3.016 neue Asylsuchende untergebracht werden. Die meisten kamen aus Afghanistan (651), Serbien (555) und Syrien (418). Foto: cv

Sozialbehörde schlägt geringere Belegung der geplanten Unterkunft vor: 175 statt 216 Plätze

Das Feilschen scheint beendet. Nach den neuen Plänen der Sozialbehörde wird am Radeland eine Unterkunft für 175 Flüchtlinge entstehen. Ursprünglich sollten hier 216 Flüchtlinge eine Bleibe finden. Der Protest gegen die
geplante Flüchtlingsunterkunft dauert an. Die in der Bürgerinitiative Bostelbek (BIB) zusammengeschlossenen Siedler bleiben bei ihrer Ablehnung. „Die Verminderung der Plätze für die Flüchtlingsunterkunft ist uns zu wenig. Sozialverträglich ist maximal ein Niveau vergleichbar mit Lewenwerder“, sagte die Ineke Siemer (BIB).

Darf das Gelände überhaupt für ein Flüchtlingscamp genutzt werden? Es ist doch als Vorbehaltsfläche für Polizei/Feuerwehr ausgewiesen?
Ja, dafür ist eine Befreiung erforderlich. Die Harburger Verwaltung hat bereits festgestellt, dass für Polizei/Feuerwehr an dieser Stelle kein Bedarf mehr besteht.

Wurde bereits ein Bauantrag gestellt?
Bislang nicht. Erst soll das Anhörungsverfahren abgewartet werden.

Wann kann frühestens mit dem Bau der Unterkunft begonnen werden?
Sofort nach Erteilung der Baugenehmigung. Die Sozialbehörde plant die Fertigstellung im dritten Quartal 2014.

Vor Jahren wurden in Harburg Flüchtlinge auf einem Wohnschiff im Binnenhafen untergebracht. Ist das jetzt wieder denkbar?
Wohnschiffe schließt der Senat nicht aus, sie sind derzeit aber keine Option.


Flüchtlinge in Hamburg
In Hamburg werden nach Auskunft der zuständigen Behörde in diesem Jahr insgesamt 4.008 neue Plätze für Flüchtlinge benötigt. Für Unterkünfte mit 2.900 Plätzen laufen die Planungen, 1.100 Plätze fehlen noch. Im Jahr 2009 wurden in Hamburg 363 Flüchtlinge in öffentlichen Einrichtungen untergebracht. 2011 waren es 931, 2013 bereits 3.010.
Im Bezirk Harburg gibt es derzeit folgende Unterkünfte: Lewenwerder (110 Plätze), Wetternstraße (16), Winsener Straße (271), Stader Straße (30) sowie Sinstorfer Weg (26).
Auf dem Gelände in Bostelbek sollen Unterkünfte für 216 Flüchtlinge entstehen. Das ehemalige Postamt am Neuländer Platz wird zu einer Erstaufnahmeunterkunft (ZEA) mit 300 Plätzen umgebaut. Neu ankommende Flüchtlinge werden zunächst für drei Monate in einer Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung aufgenommen.
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